Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.05.2018


Bezirk Reutte

Wüstenlandschaft am Forggensee

Der Staudamm Roßhaupten ist undicht geworden und muss umgehend saniert werden. Der fünftgrößte See Bayerns kann daher derzeit nicht aufgestaut werden. Im Juni wird entschieden, ob ein Rückstau möglich ist.

© HöflingStaubiges Fotoshooting mit Luana Chalabala am Forggensee – weit und breit kein Wasser.



Von Helmut Mittermayr

Füssen – Der kurz hinter der Grenze bei Füssen liegende, vom Lech gespeiste Forggensee ist fünfmal so groß wie der Plansee und mehr als doppelt so groß wie der Achensee. Zur Zeit ähnelt er aber mehr dem zeitweise ausgetrockneten Okawangodelta in Botswana als einem alpinen Gewässer. An sich kein ungewohnter Anblick für die Seeanrainer, wird der Forggensee doch für die Wasserkraft genutzt und ist er doch im Winter immer leer. Diesmal wurde die Wasserfläche im Frühjahr aber nicht wie gewohnt um 15 Meter zum Vollstau angehoben. Der Lech fließt derzeit durch eine 15 Quadratkilometer große Öde. Und das könnte noch lange so bleiben.

Der mehr als 60 Jahre alte Damm bei Roßhaupten hat sich bei Überprüfungen als nicht mehr sicher erwiesen. Er ist undicht geworden, Klüfte sind entstanden. Eine sofortige Sanierung noch heuer war für den Betreiber Uniper Kraftwerksgruppe Lech unumgänglich. Die Auswaschungen werden in einer ersten Phase mittels Injektionen verfüllt. Später wird eine Betonwand tief ins Innere des Dammes eingesetzt – sie soll ihn auf der ganzen Länge von 320 Metern verstärken. Das Projekt kostet 20 Millionen Euro.

Ob der Stausee das ganze Jahr trocken bleiben muss oder langsam wieder hochgefahren werden kann, das entscheidet sich laut Wasserkraft-Deutschland-Pressesprecher Theodoros Reumschüssel Anfang Juni. Aber auch bei einer für den Tourismus positiven Entscheidung sei es immer noch möglich, dass während des Aufstaus abgebrochen werden müsse. „Sicherheit geht vor“, erklärt Reumschüssel. Dann würde es erst 2019 wieder zum Vollstau kommen. Am Forggensee, beliebtes Fahrradziel für Außerferner, sind vor allem Schifffahrt, Segler, Vermieter und Campingplatzbetreiber betroffen. Aber auch der pittoreske Ausblick vom Festspielhaus Füssen über den See auf das Märchenschloss Neuschwanstein hat derzeit eine eigentümliche Leere.

Tausende folgen Luana da Silva auf Instagram

Eine 24-jährige Reuttenerin hat Geschmack daran gefunden, wenn Bilder von ihr (siehe rechts) geliked werden und ihr Tausende auf Instagram folgen. Luana Chalabala (auf Instagram unter „luana.dasilva.c" zu finden) hat inzwischen 3000 Follower, die sich zwei- bis dreimal pro Woche auf neue Fotos freuen dürfen. Die bei der Sparkasse Reutte arbeitende Bankangestellte mit brasilianischen Wurzeln hat zumindest schon so viele Fans, dass erste Firmen bei ihr Produktplatzierungen vorgenommen haben. Ihr ambitioniertes Ziel sind 10.000 bis 20.000 Follower. Die junge Frau spricht fließend Deutsch, Portugiesisch, Englisch und Italienisch und reist viel, was zu variativen „Hintergründen" führt. (hm)




Kommentieren


Schlagworte