Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 16.05.2018


Bezirk Schwaz

Alpenregionstreffen: Zeltstadt macht Dimension sichtbar

Seit dem Wochenende stehen die riesigen Festzelte für das 25. Alpenregionstreffen vor den Toren von Mayrhofen. Sie allein kosten rund 70.000 Euro. Jetzt geht es um die Detailplanung des dreitägigen Festes.

© ??Innerhalb von drei Tagen hatten die vielen freiwilligen Helfer vier Zelte mit einer Fläche von 7500 m² vor den Toren Mayrhofens aufgebaut.



Von Angela Dähling

Mayrhofen — Was zwei Jahre lang im Stillen vorbereitet wurde, hat seit dem Wochenende ein Gesicht: Denn die vier Zelte für das 25. Alpenregions­treffen der Schützen mit einer Gesamtfläche von 7500 m² am Ortseingang von Mayrhofen sind unübersehbar. „Das ist schon etwas Besonderes, wenn nach all der Arbeit im Vorfeld jetzt für jeden sichtbar ist, um was es geht", sagt der Mayrhofner Schützenkommandant Gerhard Biller. Die Zeltstadt auf der Birner-Wiese umfasst neben dem 80 Meter langen Gauderfestzelt ein um 40 Meter längeres Zelt, in dem ein Großteil der 10.500 Schützen nach dem Umzug am 27. Mai verköstigt wird. Hinzu kommen ein 1000 m² großes Cateringzelt und ein 600 m² großes Barzelt. Auf der Neuhaus-Wiese Richtung Westen werden Mitarbeiter parken, auf den Feldern im Osten wird die Festmesse stattfinden.

Gerhard Biller ist auf der Bühne am anderen Zeltende kaum auszumachen.
- Dähling

„Wir sind mit allem im Zeitplan, jetzt geht es nur noch um die Detailplanung", sagt Biller. Dazu gehören protokollarische Dinge und Abläufe, die es einzuhalten gilt. Nicht zuletzt, weil auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen erwartet wird. Selbst für die Fahnenaufhängungen am Festmesse-Gelände gibt es protokollarische Vorgaben. „Auch wenn kein Mensch darauf schaut. Aber es muss sein", weiß Biller. Für den Schützenkommandanten ist die Organisation zum Fulltime-Job geworden, seinen Arbeitsvertrag als Bankchef hat er nicht verlängert.

Das größte Zelt ist 120 m lang
- Dähling

5000 km fuhr er zwischen Bayern und Südtirol umher, um auf Schützenversammlungen die Werbetrommel für das Alpenregionstreffen zu rühren. „Mayrhofen als Marke zieht da schon", sagt er. Aber dass sich am Ende 10.500 Schützen von knapp 500 Kompanien anmelden würden, damit rechnete zunächst niemand. 2600 Schützen aus Bayern, 1700 aus Südtirol, 600 aus Welsch-Tirol und 5600 aus Nordtirol werden erwartet und vom bayerischen Festwirt Peter Kleinmeier mit Zillertaler Produkten bewirtet — darunter eine eigene Edition Zillertal Bier. „Die Küche, den Riesengrill für 5000 halbe Hendln, Tausende Porzellanteller und 140 Bedienungen bringt er mit. 70 Speisenträger, die er zahlt, kommen aus der Region hinzu", sagt Biller. Die Größenordnung sei selbst für bayerische Verhältnisse außerordentlich.

Zillertalbahn sprang nicht auf Zug auf

Mayrhofen — Ein Teil des Zillertaler Schützen­regiments wird am 27. Mai mit einem Sonderzug der Zillertalbahn nach Mayr­hofen fahren. Schützen­kdt. Gerhard Biller hätte sich gewünscht, dass die Zillertaler Verkehrsbetriebe (ZVB) auf den Zug des Alpenregions­treffens aufspringen und zudem etwa attraktive Ticketpauschalen für Familie­n für die Anreise nach Mayrhofen schnüren. Leider Fehlanzeige. ZVB-Vorstand Wolfgang Stöhr: „Davon höre ich zum erste­n Mal. Solche Sachen müssen zudem mit dem VVT abgesprochen werden. Ich weiß nur von einer Sponsoringanfrage, die wir abgesagt haben." Biller bestätigt: „Dass er nichts wusste, wird stimmen, weil ich nicht bis zu ihm durchgedrungen bin." (ad, emf)

Etwa 70.000 Euro kostet allein die Zeltstadt. Großzügige Entschädigungen gibt es zudem für die Grundbesitzer. Subventionen vom TVB, der Gemeinde, aus dem Talvertrag und von Sponsoren machen das gigantische 3-tägige Fest möglich. Impulsgeber für das Alpenregions­treffen war Unternehmer Herbert Empl, Kommandant des Zillertaler Schützenregiments. „Als er fragte, ob wir das in Mayrhofen machen wollen, sagte ich erst Nein", blickt Biller zurück. Dabei blieb es bekanntlich nicht. Jetzt freue sich die ganze Region auf das Fest. Biller: „Was mich persönlich freuen würde, wäre, wenn auch die Besucher in Tracht erscheinen würden."