Letztes Update am Mi, 16.05.2018 12:13

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EU

„Schwulenhass in Europa erschreckend weit verbreitet“

Laut Menschenrechtskommissarin Dunja Mijatovic hat Europa ein gravierendes Problem mit Homophobie. Das Jahr 2017 sei besonders schwierig gewesen.

© AFP(Symbolfoto)



Straßburg, Wien – Hass auf Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle ist in Europa laut Menschenrechtskommissarin des Europarates erschreckend weit verbreitet. In vielen europäischen Ländern hinderten Vorurteile und Gewalt Homosexuelle und Transsexuelle daran, frei und sicher zu leben, erklärte Dunja Mijatovic am Mittwoch.

2017 sei ein besonders schwieriges Jahr gewesen. In Tschetschenien beispielsweise seien mehr als 100 schwule Männer eingesperrt oder entführt worden. In Gefangenschaft seien sie Opfer von schweren Misshandlungen und Demütigungen geworden. Auch in Aserbaidschan seien einige Schwule und Transgender-Personen aufgegriffen worden, erklärte Mijatovic. Sie wurden demnach geschlagen und erzwungenen medizinischen Untersuchungen unterzogen. Das seien jedoch nur besonders drastische Beispiele für ein verbreitetes Problem.

„Sollen selben Schutz genießen wie jeder andere“

Mijatovic forderte die politischen Führer der 47 Mitgliedstaaten des Europarats auf, mehr zum Schutz von Homo- und Transsexuellen zu unternehmen. Diese forderten keine neuen oder zusätzliche Rechte. „Sie sollten dieselben Freiheiten und denselben Schutz genießen wie jeder andere auch.“

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Trans- und Biphobie am Donnerstag (17. Mai) forderte die SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr, gleichgeschlechtliche Liebe in Österreich „endlich“ gleichzustellen. „So ist es auch höchst an der Zeit, dass der EuGH-Spruch, die Ehe für alle zu öffnen, schleunigst umgesetzt wird“, appellierte sie an die schwarz-blaue Bundesregierung. (APA/dpa)