Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 17.05.2018


Innsbruck-Land

HTL-Schüler beleben wildromantische Burg

Der Verein Schloss Trautson hat mit den Resten des einstigen Riesen­anwesens in Mühlbachl viel vor. Bei der Dachsanierung packen Schüler an.

© Denise Daum



Von Denise Daum

Mühlbachl – Es ist schon ein verwunschenes, romantisches Plätzchen, das ein paar Meter über dem Dorf Mühlbachl liegt. Von der im Jahr 1221 erbauten Burg Trautson – meistens Schloss Trautson genannt – ist zwar nicht mehr viel zu sehen, der Ort strahlt jedoch eine gewisse Magie aus. Diese Magie spüren auch die Schülerinnen und Schüler der dritten Klasse der Innsbrucker HTL Bau und Design. Mit Eifer sind sie diese Woche dabei, das Dach vom letzten erhaltenen Teil der Burg zu sanieren. Während die Hälfte der Klasse hämmert und schuftet, sitzt die andere Hälfte in einem aufgestellten Zelt und bekommt Theorieunterricht in Vorbereitung auf die Praxis – von niemand Geringerem als dem Leiter des Bundesdenkmalamtes Tirol, Walter Hauser. Die Arbeit mit den Schülern gefällt ihm sichtlich. Und ist auch wertvoll für den Erhalt der Kulturlandschaft und dem alten Handwerk, wie Hauser sagt: „Je früher wir die Menschen erreichen, desto wirkungsvoller ist es. Wer einmal als Schüler so etwas miterlebt, bleibt daran hängen.“ Das können Janine und Valentina bestätigen. Sie genießen die Arbeitswoche in der Klassengemeinschaft. „Es geht viel weiter, wenn mehrere Hände arbeiten“, freut sich Valentina.

Diese Sanierung ist der Auftakt zu einem umfassenden Wiederbelebungsprojekt des vor einem Jahr gegründeten Vereins Schloss Trautson, dem die Gemeinden Matrei, Mühlbachl, Pfons sowie Planungsverband und Tourismusverband Wipptal angehören. Geplant ist im September die Sicherung des Mauerwerks. Zudem soll kommendes Jahr ein Neubau errichtet werden, um den Ort auch als Veranstaltungszentrum nutzen zu können. Insgesamt sollen bis zum Jahr 2025 rund drei Millionen Euro investiert werden. Die Mittel dafür kommen zu 80 Prozent von der öffentlichen Hand, sprich EU, Bund und Land, den Rest trägt der Verein.

Theorie und Praxis liegen bei der Sanierung von Schloss Trautson nur einen Steinwurf entfernt. Walter Hauser, vom Denkmalamt, gestaltet den Unterricht mit Geduld und Witz. Gertrud Tauber, von architektur:lokal, koordiniert die Wiederbelebung des alten Anwesens.Fotos: Daum
- Denise Daum