Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 10.06.2018


Tirol

Haller Bodybuilder: Schnitzel als Belohnung

Bereits im Vorjahr war der Haller Chuks Edwin Nzegwu als Bodybuilder international erfolgreich. Jetzt kann er sich wieder freuen.

© privat„Diese Auszeichnungen habe ich auch meinen vielen Unterstützern zu verdanken“, sagt Nzegwu.Foto: Nzegwu



Von Irene Rapp

Hall – Der Tisch vor ihm ist voll mit Medaillen, Pokalen sowie Statuen, die stattliche Männer zeigen. Chuks Edwin Nzegwu ist auch ein stattlicher Mann, noch dazu einer aus Fleisch und Blut.

Der 41-jährige Haller hat in den vergangenen Wochen bei drei Bodybuilding-Bewerben kräftig abgeräumt – wie erfolgreich, zeigen die vor ihm liegenden Gegenstände. „Die Vorbereitungen waren allerdings sehr schwierig, weil die Wettkämpfe so kurz hintereinander lagen“, erzählt Nzegwu, der im Haller Fitnessstudio Point als Trainer tätig ist.

Am 12. Mai zunächst die „Internationale Deutsche Meisterschaft Natural Bodybuilding“ in Neu-Ulm. Nzegwu konnte sich über einen 3. sowie 4. Platz freuen, zufrieden war er jedoch nicht. Eine Woche später die „International Austrian Championship“, ausgetragen von der „World Bodybuilding & Physique Sports Federation“ (WBPF) in Wien.

Das Ergebnis für den Tiroler: zwei erste Plätze. Am letzten Mai-Wochenende schließlich in Bratislava die „WBPF European Championships“ mit über 200 Teilnehmern. In der Hauptstadt der Slowakei stand Nzegwu einmal am zweiten Stockerlplatz und einmal ganz oben.

„Die Siege freuen mich ungemein“, so der Europameister. Seit Jahresbeginn hatte er sich vorbereitet, strenge Trainings- und Ernährungspläne eingehalten. „Es läuft immer nur auf das eine hinaus, auf Disziplin“, sagt Nzegwu, der laut eigenen Angaben zu keinen illegalen oder leistungssteigernden Mitteln greift. Dafür klingt seine Nahrungsaufnahme vor den Auftritten unvorstellbar: „Zwölf Wochen davor nehme ich täglich je ein Kilo Fleisch sowie Gemüse zu mir. Und in den letzten Tagen wird kaum etwas getrunken, um die Muskeln mehr zu definieren.“ So könne der Körperfettanteil auf unter fünf Prozent gesenkt werden.

Selbstquälerei? Nzegwu lacht. „Das ist mein Hobby und mein Beruf. Nächstes Jahr möchte ich aber bei der Weltmeisterschaft mit dabei sein.“ Und mit dem ersten „richtigen“ Essen nach dem Wettkampf in Bratislava, einem riesigen Schnitzel, habe er sofort wieder etwas zur Steigerung des Körperfettanteils beigetragen.

In Bratislava waren noch zwei andere Tiroler erfolgreich – Erwin Griesser und Katharina Girstmair.

Nzegwu in Bratislava, um ihn Mitglieder des österreichischen Teams. Der Nigerianer betreibt seit 26 Jahren Bodybuilding.Foto: Nzegwu
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