Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 11.06.2018


Bezirk Imst

Technik-Nachwuchs stellte Projekte in den Fokus

Der „technikTAG“ wurde einmal mehr zur Leistungsschau der HTL Imst. Die erweist sich berufsbegleitend als eine „Schule der zweiten Chance“.

© PloderEine Schülergruppe der Hochbauklasse erarbeitete das Projekt einer Reihenhausanlage in Serfaus.



Von Thomas Ploder

Imst – Bereits zum vierten Mal stellten am „technikTAG“ der HTL Imst die Fachrichtungen Bautechnik und Innenarchitektur ihre Jahres- und Diplomprojekte der Öffentlichkeit gemeinsam vor. „Die Höhere Technische Bundeslehranstalt Imst ist das Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für Bautechnik, Holztechnologie, Möbeldesign sowie Informationstechnologie im Tiroler Oberland“, betonte Direktor Stefan Walch, „die Präsentation der Arbeiten verdeutlicht unsere Ausbildungsinhalte von der Idee über Entwurf und Konstruktion bis zur Errichtung, zumindest im Modell.“ Besonders interessiert zeigten sich Absolventen und Vertreter der Wirtschaft als Gäste des Präsentationstages an den visionären Studien zukünftiger Entwicklungen. Speziell Neuerungen im Ausbildungsgeschehen wie der zunehmenden Digitalisierung, beispielsweise der Präsentationen mittels Virtual Reality, nahm man sich in Imst an. Direktor Walch übte sich in seiner Darstellung deutlich im Understatement, erstreckt sich das tatsächliche Einzugsgebiet der HTL Imst doch seit Langem auf ganz Westösterreich. Die Schüler stammen aus allen Bezirken Tirols und den angrenzenden Bundesländern. Die Standorte der heuer präsentierten Projekte spannten sich nicht zuletzt deshalb von Achensee und Zillertal über Innsbruck, das gesamte Oberland und Außerfern bis nach Vorarlberg. „Hochkarätige Schul­standorte außerhalb der großen Ballungszentren sind für die Sicherung der Wirtschaft im ländlichen Raum unverzichtbar“, unterstrich NR Dominik Schrott als Vertreter der Politik, „nur wenn den Unternehmen die benötigten Fachkräfte zur Verfügung stehen, können Standorte gesichert werden.“

Die Entwürfe von Onay Abdurrahim und Simon Thurner (v. l.) für eine Appartementanlage in Oetz werden bereits in Kürze Realität.
- Ploder

„Die Abschlussklassen der Bautechnik sind in diesem Jahr etwas kleiner“, erklärte Abteilungsvorstand Walter Vögele, „einige haben in eine Lehre gewechselt.“ Vögele führte dies auf die engen Verflechtungen der HTL mit der Wirtschaft, nicht zuletzt durch die obligaten Praktika, zurück. Im Gegenzug erfreuen sich die Kollegs als hochkarätige Angebote einer Höherqualifizierung steigender Beliebtheit.

Dabei hinkt allerdings die Bekanntheit des Kollegs für Bautechnik jener des IT-Kollegs etwas hinterher. „Gerade das Kolleg der Bautechnik erweist sich als besonders attraktive Form einer Schule der zweiten Chance“, erklärt dazu Direktor Stefan Walch, „es werden sowohl Vollzeitausbildung wie eine berufsbegleitende Variante angeboten und durch unterschiedliche Angebote stehen die Türen sowohl Interessenten mit und ohne Matura offen.“ Um Berufstätigen eine Teilnahme zu ermöglichen, können bei Vorliegen der Voraussetzungen individuelle Förderungen beansprucht werden. Die Gemeinschaft der Ausbildungsstätte in Imst blickt bewusst über die Region hinaus. Etwa 100 km von Kampala, der Hauptstadt Ugandas, entfernt errichteten Schüler und Lehrer der HTL Imst in Bukalagi gemeinsam mit Einheimischen ein Schulgebäude mit drei Klassenzimmern. Seither werden in der „Technical School“ mit fachlicher und finanzieller Hilfe aus Tirol Maurer, Tischler, Schneider und Schuster ausgebildet. So kann der hohe regionale Bedarf an Fachkräften in diesen Bereichen zumindest teilweise gedeckt werden. Um das Projekt erfolgreich fortführen zu können, bittet der Verein auch weiterhin um finanzielle Unterstützung. (tp)

David Bailom und Paul Krabichler (v. l.) präsentierten ihre Vorschläge für die Belebung einer Sportanlage in Höfen.
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