Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 13.06.2018


Bezirk Reutte

Rotes Kreuz ist wertvollste Marke Österreichs

Die Jahreshauptversammlung der RK-Bezirksstelle Reutte präsentierte sich als harmonische Leistungsschau. 1,8 Mio. Euro wurden umgesetzt.

© Mittermayr Helmut



Von Helmut Mittermayr

Reutte – Eine straff organisierte Jahreshauptversammlung wickelte die Bezirksstelle Reutte des Roten Kreuzes am Montagabend ab. Der Blick hinter die Kulissen zeigte eine funktionierende Einheit, die neben der sozialen Komponente auch eine große wirtschaftliche zu bewältigen hat. 158 Mitarbeiter sind im Rettungsdienst im Außerfern im Einsatz, 21 hauptamtlich. Mehrere davon sind in ihrer Freizeit wiederum als Freiwillige tätig. 47 Frauen und Männer sind dafür verantwortlich, dass täglich über 40 warme Mahlzeiten zugestellt werden. Das Kriseninterventionsteam verfügt über 13 speziell Ausgebildete, die bereit sind, sich bei Unglücken den emotionalen Ausnahmezuständen Betroffener zu stellen.

84.000 Stunden wurden im vergangenen Jahr beim Roten Kreuz im Außerfern geleistet, die Hälfte von Freiwilligen, wie Bezirkstellenleiter Jürgen Ginther in seiner Leistungsbilanz ausführte. Er wollte auch 520.000 abgespulte Kilometer nicht unerwähnt lassen. „Bei uns isch doch alls a bissi weiter weg“, sagte Ginther.

Finanzreferent Alexander Ostheimer bekam eine einstimmige Entlastung für das 1,8-Millionen-Budget, bei dem sogar noch knapp 80.000 Euro rechnerischer Gewinn erwirtschaftet werden konnten. „Das Vorjahresergebnis wurde nicht ganz erreicht, die Entwicklung stimmt mich aber optimistisch“, so Ostheimer. RK-Geschäftsführer Martin Storf übergab dann humorig an Robert Moser, den neuen Präsidenten des Roten Kreuzes Tirol, und erklärte, dass dessen Vorgänger in seinen Reden durchaus auszuholen wusste und bis Solferino gekommen sei. Moser stellte „Menschen helfen“ in den Vordergrund und zeigte anhand eines Erlebnisses aus dem Unterland, wie ein einzelner engagierter Rotkreuz-Freiwilliger geradezu idealtypisch den Ruf der Organisation verkörpern könne, den sich das Rote Kreuz in Österreich erarbeitet habe – nämlich die wertvollste Marke zu sein, weit vor Google und Amazon. In dieser allgemeinen Grundzufriedenheit wollte Rettungsdienst-Tirol-GF Wilfried Unterlercher dann doch nicht unerwähnt lassen, dass der Vertrag mit dem Land Tirol in zwei Jahren ausläuft. Andere könnten diese Tätigkeit sicher auch gut machen, aber keine Organisation alles – so wie das Rote Kreuz – in dieser Breite abbilden.




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