Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 19.06.2018


Innsbruck

Ein ganz besonderer Schulschluss in der Sillgasse

Das Gymnasium Sillgasse wird übersiedeln – auch wenn die Freigabe des Projekts noch fehlt. 800 Schüler und 100 Lehrpersonen müssen zur Technik ausweichen. Für Nostalgiker gibt es noch einen Tag der offenen Tür.

Tausende Schüler sind durch den Eingang der Sillgasse gegangen – jetzt wird die Schule neu gebaut.

© Thomas BöhmTausende Schüler sind durch den Eingang der Sillgasse gegangen – jetzt wird die Schule neu gebaut.



Von Marco Witting

Innsbruck – Es war – wie eigentlich immer bei solchen Projekten – eine schwere Geburt. Seit über zehn Jahren wird über einen Neubau des Gymnasiums Sillgasse diskutiert. Dann hat sich der Baustart noch einmal um ein Jahr verschoben. Und obwohl es Anfang 2017 fix geheißen hatt­e, dass die Schule im heurigen Sommer ins Ausweichquartier übersiedelt, gab es bis zuletzt einige Unsicherheiten. Direktor Harald Pittl bestätigt jetzt aber: „Wir packen zusammen.“

Die kommenden Tage bis zum Ende des Schuljahrs werden genutzt, um die beweglichen Gegenstände einzupacken. Im Juli sollen dann die sperrigen Teile verpackt und im August dann in das Ausweichquartier bei der Technik im Westen der Stadt übersiedelt werden. So der Plan. Direktor Pittl zeigt sich jedenfalls optimistisch, dass alles wie geplant funktionieren wird.

Zuständig für den Neubau und Übersiedelung ist die Bundesimmobilien­gesellschaft (BIG). Deren Sprecher Ernst Eichinger erklärte gestern auf Anfrage: „Wir beginnen jetzt das Ausweichquartier vorzubereiten.“ Der Plan ist, im Sommer zu übersiedeln und dann im Herbst mit dem Abbruch des bisherigen Schulgebäudes in der Sillgass­e zu beginnen. Allerdings, und das überrascht, „mit der kleinen Einschränkung, dass das Projekt noch nicht freigegeben ist“.

Damit hat man in Innsbruck so seine Erfahrungen gemacht – zuletzt etwa beim Umbau der Pädagogischen Hochschule Tirol, zuvor beim 5. Gymnasium. Das letzte Okay vom Finanzministerium fehlt also noch – die Vergangenheit lehrt, dass es ganz unterschiedlich lang dauern kann. Eichinger sagt aber jedenfalls: „Wir stehen Gewehr bei Fuß.“

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Zurück ins Gymnasium. Direktor Pittl geht im Ausweichquartier (rund 250 Container) zwar von einigen „Improvisationen“ aus, letztlich sei, was die Klassenräume betrifft, aber alles durchgeplant und genug Platz da. Auch wenn es dort natürlich keine Turnhall­e gebe. Aktuell ist der Schul­leiter auch damit beschäftigt, Gespräche über die Nachmittagsbetreuung und Verpflegung zu führen.

Geht alles glatt, dann wird die Schule im Campus West bei der Technik bis ins Schuljahr 2020/21 hier ihren Standort haben. Man rechnet mit einer Bauzeit zwischen zwei und zweieinhalb Jahren. Insgesamt werden rund 22 Millionen Euro investiert.

„Wehmütig“ sei er schon, sagt Pittl. Schließlich habe man erst vor nicht allzu langer Zeit die 100-Jahr-Feier in der Schule gehabt. Doch der Architektenwettbewerb mit einigen Einreichungen, die auch den Altbestand mitgenommen haben, hätte klar gezeigt, dass „man das pädagogische Konzept mit dem vorhandenen Gebäude“ nicht durchsetzen hätte können. Es gab einfach zu wenig Platz.

800 Schüler und rund 100 Lehrpersonen werden also künftig in den Westen der Stadt pendeln – manche profitieren davon, für andere bedeutet es dagegen einen längeren Schulweg. „Wir haben auch schon Gespräche mit den IVB geführt, was die Kapazitäten anbelangt.“

Für den Abschied vom alten Schulgebäude hat man sich in der Sillgasse übrigens noch etwas Besonderes überlegt: Am 2. Juli gibt es, sozusagen für Nostalgiker, einen Tag der offenen Tür. Zwischen 14 und 17 Uhr können Interessierte noch einmal den alten Chemiesaal begutachten oder sich in jene Klasse setzen, in der sie einst maturiert haben. „Auch das neue Projekt und das Ausweichquartier werden dabei natürlich vorgestellt“, sagt Direktor Pittl.