Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 20.06.2018


Bezirk Kitzbühel

Mobile Hilfe für Suchtkranke

© Harald Angerer



Die Sucht kann viele Gesichter haben. Sei es die Sucht nach Alkohol, Cannabis oder Kokain, aber auch die Konsum- und Internetsucht sind immer mehr verbreitet. Das bedeutet für die Suchtberatung Tirol viel Arbeit, auch im Bezirk Kitzbühel.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 50 Klienten im Bezirk beraten. Dabei sind es vor allem die Männer, welche den Großteil der Betroffenen bilden. Sie stellen 80 Prozent der Klienten. Genau entgegengesetzt sieht es aus, wenn die Kontaktaufnahmen gezählt werden. Hier sind es vor allem die Frauen, die sich melden. Vor allem weil sie die Probleme der Angehörigen erkennen.

Die Droge, mit der die meisten der Menschen Probleme haben ist mit über 50 Prozent Cannabis. Die Kern­altersgruppe im Bezirk der betreuten Personen liegt zwischen 20 und 30 Jahren. Aber es gebe auch die Gruppe 45+, welche schon öfter in Kontakt mit Drogen gekommen ist und deshalb umfangreichere Probleme mit der Sucht hat. „Hier ist die mobile Suchtberatung sehr wichtig", schildert Birgit Keel-Dollinger, Geschäftsführerin der Suchtberatung Tirol. Diese Gruppe suche die Beratungsstelle nur sehr selten auf, deshalb gehe man auf diese aktiv zu.

„Wichtig ist es hier vor allem, zuerst den sozialen Kontakt herzustellen", weiß Elke Prem von der Beratungsstelle Kitzbühel: „Dieser Bereich wächst. Wir betreuen Personen, die in ihrer schwierigen Situation eine Reihe von psychologischen und sozialen Hilfestellungen brauchen. Wir nehmen uns viel Zeit und beraten und betreuen Betroffene manchmal bis zu fünf Wochenstunden." (aha)




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