Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 26.06.2018


Bezirk Imst

Viel Lärm um Ötztaler Mopedmarathon

Der Mopedmarathon wirbelt einigen Staub auf. Lärm und Gestank sorgten für Beschwerden. Der Veranstalter will weitermachen.

© Christian Suban



Von Matthias Reichle

Sölden – Tage nach dem Ötztaler Mopedmarathon wird in sozialen Medien heiß diskutiert – die Meinungen reichen von „Paragrafenreiter zum Zweck des Abkassierens“ bis „Gut so!“ – wer nicht vorschriftsmäßig unterwegs sei, oder gar betrunken, der habe es nicht anders verdient. Gemeint sind die Schwerpunktkontrollen der Polizei am Samstag. 484 Teilnehmer der Großveranstaltung waren herausgefischt und kontrolliert worden.

„Völlig überflüssig“, nennt Veranstalter Manuel Ribis, Obmann des Ötztaler Mopedmarathonvereins, die Kontrollen: „Der Großteil war entspannt unterwegs. Es hat ein paar schwarze Schafe gegeben. 90 bis 95 Prozent der Teilnehmer hatten einen schönen Tag.“ Wer sich aber nicht an die Straßenverkehrsordnung halte, müsse eben die Konsequenzen tragen.

Von jenen der 1807 Starter, die kontrolliert worden waren, wurden sieben die Kennzeichen abgenommen, sechs waren alkoholisiert. Zudem gab es 27 Anzeigen wegen Mängeln am Fahrzeug, 43 hatten keinen vorschriftsmäßigen Helm. „Da sind wir richtig gelegen“, kommentiert Bernhard Knapp von der Abteilung Verkehrsrecht am Land das Ergebnis. Bereits im Frühjahr habe es Beschwerden von Anrainern gegeben, die sich über die geplante Veranstaltung geärgert hatten. Vor allem der Lärm und der Gestank waren wiederholte Kritikpunkte. Die Behörde sei hier nicht für eine Genehmigung zuständig, also habe man auf Kontrollen gesetzt. Für Knapp steht aber fest, dass die Veranstaltung ihren Plafond erreicht hat. Man werde das Gespräch mit dem Sölder Bürgermeister und dem Verein suchen.

Einem, dem die Veranstaltung bereits gewaltig stinkt, ist Josef Hautz, Bürgermeister der Wipptaler Gemeinde Steinach: Ihm sei völlig unverständlich, „dass am vergangenen Samstag, einem Tag mit sehr starkem Verkehrsaufkommen und mehreren Staus, eine so sinnlose Veranstaltung wie der Ötztaler Mopedmarathon genehmigt wurde, nur weil bestimmte Ötztaler Gemeinden in ihrem Eventwahn immer neue Veranstaltungen entwickeln, um im Gespräch zu bleiben und um Übernachtungszahlen zu steigern“. Gerade das Wippteil sei bereits „übermäßig belastet“. Er schlug eine Änderung bei der Streckenführung vor – ein „Rundkurs in der Gemeinde Sölden“ würde ermöglichen, dass jene Bevölkerung, die davon profitiert, auch die Nachteile wie Abgase, Lärm und Gestank ertragen muss. Mit dem Vorwurf seines Wipptaler Kollegen, touristisch etwas zu bewegen, könne er leben, kontert der Sölder Bürgermeister Ernst Schöpf. „Wir versuchen, etwas Schwung hineinzubringen.“ Für ihn sei es eine schöne Veranstaltung gewesen. „Der Mopedmarathon ist genau einmal im Jahr“, betont Ribis, „wir treffen uns an diesem Tag zur gemeinsamen Vereinsausfahrt und erfüllen damit unseren Vereinszweck. Das wird doch zu verkraften sein. Wenn es täglich stattfinden würde, wäre es etwas anderes.“

Keine Kritik am Veranstalter selbst übt Oberst Markus Widmann, Leiter der Landesverkehrsabteilung und somit für die Schwerpunktkontrollen zuständig. Diese können nicht im Detail prüfen, dass bei den Fahrzeugen alles passt. Es habe aber eine Fahrerbesprechung gegeben, die Teilnehmer wurden auf die Straßenverkehrsordnung hingewiesen.




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