Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 03.07.2018


Bezirk Imst

Bezirksweite Suche nach ehrenamtlichen Helfern

Die Ortsstellen des Roten Kreuzes im Bezirk Imst sind auf der Suche nach Mitarbeitern in unterschiedlichen Bereichen.

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© Dorn



Von Agnes Dorn

Imst – „Wir wollen nicht erst dann Leute suchen, wenn es zu spät ist“, erklärt der Leiter des Rettungsdienstes, Jürgen Bombardelli, warum man gerade jetzt gezielt Menschen anspricht, die bereit sind, sich ehrenamtlich beim Roten Kreuz zu engagieren. Noch sei man mit rund 700 ehrenamtlichen und rund 30 hauptamtlichen Mitarbeitern im Bezirk gut aufgestellt, doch zum Beispiel beim Rettungsdienst der Ortsstelle Imst wäre man auf jeden Einzelnen auch angewiesen. „Derzeit sind 40 Leute tagsüber und 28 nachts im Rettungsdienst im Einsatz. Weiter runter geht es nicht“, hofft Bombardelli auf nachhaltiges Interesse am ehrenamtlichen Engagement. 25.000 Patienten hat man im vergangenen Jahr bezirksweit transportiert.

Mindestens einmal im Jahr findet in der Bezirksstelle Imst ein Rettungssanitäterkurs statt. Dieser ist für die Teilnehmer, die mindestens 17 Jahre alt sein müssen, kostenlos und berufsbegleitend, wie Schulungsreferent Stefan Egger erläutert. Nach 100 Stunden Theorie und 160 Stunden Praxis ist man ausgebildeter Rettungssanitäter und sollte dann zweimal im Monat Tätigkeiten im Rettungsdienst übernehmen, um Routine zu erlangen. Wer dann seine Kenntnisse noch weiter vertiefen möchte, kann sich außerdem in den Bereichen Ausbildung oder Organisation weiterbilden oder sich zum Notfallsanitäter ausbilden lassen. Um im Bezirk jeden Ort innerhalb der vorgeschriebenen 15 Minuten erreichen zu können, gibt es für den Rettungsdienst sechs Ortsstellen des Roten Kreuzes, wobei im Winter noch eine Außenstelle in Obergurgl dazukommt. Allein von Imst aus werden täglich rund 40 Fahrten getätigt. Auch in der Nacht muss manchmal bis zu sieben Notrufen nachgegangen werden. Doch nicht nur der Rettungsdienst und der betreute Fahrdienst sind auf die ehrenamtliche Mitarbeit vieler angewiesen. Auch die „Tafel Team Österreich“, der Kleiderladen, die Krisenintervention oder der Rufdienst für daheim – all diese Bereiche leben vom freiwilligen Dienst vieler am Mitmenschen.

„Da wirkt noch der Geist der vor 150 Jahren gegründeten Organisation mit“, schwärmt Ortsstellenleiter Anton Koler, der sich seit 18 Jahren als ehrenamtliches Mitglied engagiert und dabei schon in fast alle Bereiche des Roten Kreuzes hineinschnuppern konnte. Nach dem Informationsabend am Freitag, an dem sich Interessierte in allen Ortsstellen über eine Mitarbeit kundig machen konnten, steht einem unverbindlichen Kennenlernen nichts im Wege. Eine wichtige Nachricht zum Schluss: Im Herbst startet wieder eine Rettungssanitäterausbildung, aber auch für den betreuten Krankentransport oder die Tafel werden Leute gesucht. Viele Infos gibt es sowohl im Internet auf der Homepage des Roten Kreuzes als auch telefonisch unter 05412/66444 oder nach Terminvereinbarung persönlich in allen Ortsstellen im Bezirk Imst.