Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 12.07.2018


Bezirk Kitzbühel

Kirchberg sicherte sich Flächen für die Zukunft

Nach langem Hin und Her hat sich die Gemeinde Kirchberg die Elisenhöfe gesichert. Für 4 Mio. Euro hat der Gemeinderat den Kauf am Dienstagabend endgültig besiegelt.

© AngererDer Kirchberger Gemeinderat hat den Kauf der so genannten Elisenhöfe am Dienstagabend beschlossen.



Von Harald Angerer

Kirchberg – Es war eine schwierige Geburt – die so genannten Elisenhöfe-Gründe sorgten in den vergangenen Monaten für viele Diskussionen in Kirchberg. Nun hat die Gemeinde aber die Fläche mit einer Größe von gut 15.200 m² gekauft. Das hat am Dienstagabend der Gemeinderat entschieden. Auch der Verkäufer hat bereits mündlich zugesagt, die Unterschriften sollen bis Montag nächster Woche getätigt werden. Damit kauft nun doch die Gemeinde selbst die Fläche.

Im Vorjahr hatte der private Wohnbauträger ZIMA Interesse an der Fläche bekundet. Das dazu vorgelegte Konzept fand aber keine Mehrheit im Kirchberger Gemeinderat. Die ÖVP-nahen Listen „Unser Kirchberg“ und „Dei Hoamat Tourismus – Wirtschaft – Umwelt“, welche die Mehrheit im Gemeinderat stellen, haben das Projekt abgelehnt und wollten, dass sich die Gemeinde selbst um die Fläche bemüht. Hier haben die Listen dann Gespräche geführt und eine Einigung erzielt.

Ursprünglich wurde von 16.700 m² gesprochen, nach einer Neuvermessung sind es nun aber 15.200 m², berichtet Bürgermeister Helmut Berger (SPÖ) bei der Gemeinderatssitzung. Die Kosten sind deshalb auf 4 Mio. Euro gesunken. Ursprünglich wurde mit 4,3 Mio. Euro kalkuliert. „Wir sind Stolz, dass sich die Gemeinde das Grundstück für die Zukunft sichern konnte“, sagt Gemeindevorstand Matthias Gröderer (Unser Kirchberg). Es gebe ein ungesundes Verhältnis an Angebot und Bedarf. Es gelte für die Zukunft, ein Konzept auszuarbeiten, damit auch wirklich die richtigen zum Zug kommen.

Berger betonte, dass es derzeit keine konkreten Pläne für das Grundstück gebe. Kritisch zeigt sich GR Wolfgang Haller (Sichere Zukunft Kirch- berg & FPÖ). Für ihn ist der Preis für das Grundstück viel zu hoch, es gebe auch weit billigere Angebote. „Auch die Vorgangsweise finde ich sehr bedenklich“, sagt Haller und spricht darauf an, dass die ZIMA bereits Interesse an dem Grundstück gehabt hätte. GV Josef Schroll (Dei Hoamat Tourismus – Wirtschaft – Umwelt) hingegen bezeichnete den Ankauf als Meilenstein. Eine solche Chance würde man als Gemeinde nur äußerst selten bekommen. „Flächen habe ich zu Hause auch, aber die sind halt kein geeignetes Bauland“, kontert er Haller bezüglich anderer Flächenangebote. Der Kauf wurde dann mit 16 Ja- und einer Neinstimme von Haller beschlossen.