Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 03.08.2018


Gesellschaft

Achenseebahn zündelt in Nachbars Garten

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Jenbach – Alarmstufe Rot herrscht derzeit bei den Bewohnern in der Burgeck-Siedlung in Jenbach. Denn in einigen dortigen Gärten nah­e den Achenseebahngleisen kam es in den letzten Tagen zu Glimmbränden – verursacht durch Funkenflug der dampfenden Zahnradbahn.

„Ich wollte gerade von zuhause wegfahren, als ich Rauch im Nachbargarten bemerkte“, erzählt ein Anrainer. „Die Achenseebahn hörte ich noch“, schildert er. Der Jenbacher handelte umgehend, schnappte sich seinen Gartenschlauch und löschte über den Gartenzaun die brennende Rasenfläche des Nachbarn. Wenige Tage zuvor brannte es dort schon einmal wegen Funkenflug, da konnten die Hausbesitzer den Brand selbst löschen. Und auch bei einem weiteren Haus kam es im Garten zu einem Glimmbrand, wie Achenseebahn-Vorstand Georg Fuchshuber weiß.

„Kann die Achenseebahn bei so extremer Hitze und Dürre nicht den Betrieb einstellen? Oder muss erst ein Großbrand hier passieren?“, fragen sich besorgte Anrainer. Georg Fuchshuber verweist auf das Eisenbahngesetz: „Die Achenseebahn hat Betriebspflicht. Wir müssen Fahrpläne einhalten und die Passagiere befördern“, erklärt er, warum der Betrieb nicht eingestellt werde. Die Bahn würde Vorkehrungen treffen, so dass in Regel Glimmbrände durch das Bahnpersonal gelöscht werden. „Innerhalb von 50 Metern rund um die Gleise gilt der Gefahrenbereich ,Feuer‘. Da haftet die Bahn nicht für Schäden, Häuser müssen feuer­sicher sein“, sagt er. Die Bewohner der Siedlung müssen laut ihm selbst Vorkehrungen treffen, um Brände zu vermeiden. „Zudem wären manche Gärten hier nicht mehr existent, wenn die Zäune dort hin­kämen, wo sie hingehören“, fügt er an. Einige Gärten seien auf Flächen, die noch immer der Achenseebahn gehören, entstanden. (ad)