Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.08.2018


Bezirk Reutte

„Almer Musig“ hat eine besondere Beziehung zum Hohen Frauentag

Kommende Woche wird Dienstag und Mittwoch gefeiert. In Elmen oder Almen, wie die Einheimischen sagen, ist auch die Pfarrkirche der „Hohen Frau“ geweiht.

© Die MK Elmen setzt auf Beständigkeit: Seit 1949 gab es gerade einmal zwei Kapellmeister. Der Frauenanteil der Kapelle hat die 50-Prozent-Marke längst überschritten.Foto: MK Elmen/Pürcher



Von Helmut Mittermayr

Elmen – Elmen und der Hohe Frauentag – das ist ein Naheverhältnis, wie es wohl keine andere Außerferner Gemeinde, vor allem Musikkapelle, so intensiv pflegt. Seit 1946 veranstaltet die Kapelle jedes Jahr zu Mariä Himmelfahrt ein zweitägiges Fest zur Frauentagsprozession. Fällt der 15. August auf ein Wochenende, werden sogar drei Tage daraus. Kommende Woche wird Dienstag und Mittwoch gefeiert.

In Elmen oder Almen, wie die Einheimischen sagen, ist auch die Pfarrkirche der „Hohen Frau“ geweiht. Bereits ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden am Fuß der Rotwand Frauentagsprozessionen abgehalten. Die Chronik der Musikkapelle berichtet von Frauentagsumzügen, die damals schon zu den Höhepunkten im Musikjahr zählten. Das Fest Mariä Aufnahme in den Himmel geht auf ein Marienfest im 5. Jahrhundert zurück. Im Jahre 1959 wurde das Fest Mariä Himmelfahrt in Tirol zum Landesfeiertag erklärt.

In der Dorfchronik von Albrecht Lechleitner ist Folgendes nachzulesen: Im Jahre 1823 entstand in Elmen in kurzer Zeit die Blasmusik. 1914 wurde die heutige Lechtaler Tracht angeschafft, sie sollte am Hohen Frauentag, den 15. August, zum ersten Mal getragen werden. Leider kam diesem Vorhaben der Erste Weltkrieg zuvor. Nach dem Krieg bemühte sich Volksschullehrer Georg Schuster um den Wiederaufbau der Musikkapelle und am 20. Juli 1924 durfte man schon das 100-Jahr-Bestandsjubiläum feiern. Der Zweite Weltkrieg machte die mühevolle Aufbauarbeit wieder zunichte, aber gleich nach Kriegsende begann 1946 Gebhard Bader mit dem Wiederaufbau der Kapelle. Seit diesem Jahr findet in Elmen jährlich die Frauentagsprozession mit anschließendem Dorffest statt.

Die Musikkapelle Elmen kann mit einer weiteren Besonderheit – diesmal Männer betreffend – aufwarten. Von 1949 bis 1987 leitete über 38 Jahre Volkschuldirektor Bruno Blaas die musikalischen Geschicke der Blasmusik als Kapellmeister und Stabführer und seit 1988 liegt die musikalische Führung in den Händen von Fredi Perl. Bereits über dreißig Jahre führt nun das ehemalige Mitglied der Militärmusik Tirol mit viel Geschick die „Almer Musig“. Dafür erhielt er 2017 auch das Goldene Verdienstzeichen des Tiroler Blasmusikverbandes. Damit ist Fredi Perl der derzeit längstdienende Kapellmeister im Außerfern. Das bedeutet, dass von 1949 bis heute lediglich zwei Kapellmeister am Dirigentenpult der MK Elmen den Taktstock erhoben haben.

Programm: Am Dienstag, 14. August, ist „Grenzwertig Böhmisch“ das Blasmusik-Highlight. Beginn ist um 21 Uhr, der Eintritt beträgt fünf Euro. Am Mittwoch, 15. August, startet der Festgottesdienst mit anschließender Prozession um 9.45 Uhr. Der Festfrühschoppen mit der MK Elmen geht um elf Uhr über die Bühne. Ab 14.45 Uhr geben die Jungmusikanten ihr Bestes, um 16 Uhr ist Festausklang mit dem Stabl-Trio.




Kommentieren


Schlagworte