Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 09.08.2018


Hitze in der Stadt

Innsbruck will „kühle Inseln“ schaffen

Neben Maßnahmen für mehr kühle Inseln in der heißen Stadt müssen laut Stadträtin Uschi Schwarzl auch die Ursachen bekämpft werden.

© Thomas Boehm / TTSymbolfoto.



Innsbruck — Auch heute soll das Thermometer in Innsbruck noch einmal weit über 30 Grad steigen. Das freut die Bäderbetreiber, Eisverkäufer und Sonnenhungrigen. Umweltstadträtin Uschi Schwarzl (Grüne) sieht dies allerdings gleichzeitig auch als „deutliches Alarmsignal", was die Folgen der Klimakrise betrifft.

„Wir müssen in Innsbruck die Folgen der Hitze bekämpfen und die Stadt abkühlen. Das geht mit Begrünungen von Fassaden, mit der Rückgewinnung von Straßenraum für die Natur und mit Vorrang für Grünflächen vor Parkplätzen." Der Temperaturunterschied zwischen begrünten und nicht begrünten Straßenzügen sei an heißen Sommertagen zweistellig, bei einer Lufttemperatur von 25 Grad Celsius habe es am Beton 36 Grad Celsius und am Asphalt 43 Grad Celsius, während Grünflächen eine kühlende Wirkung hätten.

„Die Baumstatistik hat Vorrang vor der Parkplatzstatistik, weil jeder Baum eine kühle Insel in der Stadt ist", erklärt die Umweltstadträtin. Sie hat deshalb eine Expertengruppe einberufen, die bis Herbst erste Vorschläge für konkrete Fassadenbegrünungen erarbeiten soll, „denn das sieht nicht nur schön aus, sondern vor allem kühlt es haus- und straßenseitig".

Neben Maßnahmen für mehr kühle Inseln in der heißen Stadt müssten aber auch die Ursachen bekämpft werden, sagt Schwarzl. Dabei spiele der Schadstoffausstoß eine dramatische Rolle. „Wir haben ein Zeitfenster von wenigen Jahren, um die Klima­krise zu stoppen, und wir haben keine Zeit zu verlieren."

Schwarzl setzt laut eigener Aussage auch auf eine deutliche Tempo- und Schadstoffreduktion im Rahmen von „Sicher 30", das im Oktober auf der Tagesordnung des Gemeinderats stehen soll. Die Priorisierung sei klar: Grünfläche vor Beton, das beinhalte auch, Straßenraum zurückzubauen. (TT)




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