Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 11.08.2018


Grüne Fassaden

Hausbegrünung als natürliche Klimaanlage

© iStockphotoBegrünte Fassaden sorgen für kühlere Temperaturen in Wohnungen und helfen Energie zu sparen, meinen die „GrünstattGrau“



Wien – Wenn die ganze Stadt schwitzt, wünscht man sich kühle Rückzugsgebiete. Gerade im dicht verbauten Gebiet sind diese aber spärlich gesät. Im Gegenteil: Dunkler Beton und nackte Fassaden sorgen für noch höhere Temperaturen. Eine Initiative will mit Gebäudebegrünungen diesen Hitzeinseln den Kampf ansagen. Erstes Zielgebiet ist Wien-Favoriten, wo ein Fünftel aller geeigneten Bauten bis 2022 begrünt werden sollen. Von dort aus will die Initiative „GrünstattGrau“ eine Road­show durch die Bundesländer machen, um für die Begrünung von Hausdächern und Fassaden zu werben.

Die Begrünung würde im hohen Maße Energieeinsparungen bringen und das Wohlbefinden der Bewohner deutlich erhöhen, sagt Vera Enzi, eine der beiden Geschäftsführerinnen von „GrünstattGrau“. In einem Straßenzug mit „grünen“ Fassaden sei die gefühlte Temperatur um bis zu 13 Grad niedriger. Verglichen mit einem Blech- oder Kiesdach ist bei einem Gründach ein Rückgang von bis zu vier Grad in den Innenräumen drinnen. Außerdem kann durch Bepflanzung Regenwasser gespeichert werden, durch die langsame Verdunstung kommt es zu längerfristigen Kühleffekten. 750 Kilowattstunden betrage die Kühlleistung einer 850 Quadratmeter großen Grünfassade und um bis zu 8,3 Prozent höher könn­e die Energieleistung einer Photovoltaikanlage (PV) auf einem Gründach sein.

Beteiligt am Projekt ist das Tiroler Photovoltaik-Unter nehmen ATB Becker. ATB-Chef Gernot Becker hofft, auch in Tirol Bauträger zu finden, die sein Konzept von begrünten Dächern samt semi­transparenten PV-Panelen künftig auf mehr Hausdächer bringen. Erste Gespräche mit einer Tiroler gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft gebe es bereits, sagte Becker zur TT. (ecke)




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