Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 12.08.2018


Tirol/Nepal

„Nepal-Hilfe lässt uns nicht los“

Der Tiroler Non-Profit-Verein „Frizzey Light“ bereitet 4. Hilfseinsatz in vergessenen Dörfern vor. Erschütternde Kinderausbeutung dokumentiert.

© Frizzey Light HilfsvereinHilfsgüter und Medikamente für die „Vergessenen“ in 4000 m Seehöhe: Nepalkenner Tshering Lama (l.), Frizzey Greif (2. v. r.) und Lebensgefährtin Christine Jarosch (r.) mit Sherpas.



Prutz, Kathmandu — Das Nepal-Erbeben 2015 ist längst aus den Schlagzeilen verschwunden. Geblieben sind Tragödien in entlegendsten Bergdörfern auf 4000 m Seehöhe im Himalaya-Staat. Mit dem Beben hängen bittere Schicksale der Menschen „am Ende der Welt" zusammen.

„Ein Vater von neun Kindern wurde beim Beben getötet. Die Familie lebt am Abgrund. Ihr Kampf ums tägliche Überleben ist nur noch schockierend. Kein Einzelfall." Das schildern Frizzey Greif aus Prutz und Lebensgefährtin Christine Jarosch von ihrer „Help-Tour" vor wenigen Monaten.

Wobei dem „Abgrund" doppelte Bedeutung zukommt: Es gibt keine Straßen zu den Bergdörfern. Sie sind nur im gefährlichen Fußmarsch über abgrundtiefe Schluchten erreichbar. Multimediaproduzent Frizzey und Christine haben das bittere Leben und Überleben in den vergessenen Dörfern dokumentiert, „um humanitäres Bewusstsein zu fördern".

Aus der Film-Doku: In Nepal müssen Kinder Stahlseile für einen Kraftwerksbau ziehen.
- Frizzey Light Hilfsverein

Empörung weckt beispielsweise die Szene, in der Kinder, teils jünger als zehn Jahre, Stahlseile mit bloßen Händen über einen Hang ziehen müssen. Die Seile werden bei einem Kraftwerksbau benötigt. Als Gegenleistung winkt eine Jause. „Da können wir nicht wegschauen", beteuern die beiden Oberländer. „Diesen Menschen müssen wir helfen, so gut es geht."

Zahlreiche Besucher, auch Schulklassen, haben die neue Doku-Serie im Prutzer Studio von Frizzey Greif gesehen. „Jetzt wisst ihr, was uns antreibt", resümiert Christine Jarosch. Viele Besucher unterdrücken ihre Emotionen nicht. „Wir versuchen, den vergessenen Menschen die Würde zurückzugeben", sagt Frizzey. Und, um Vorurteilen vorzubeugen: „Wir möchten nur helfen, nicht missionieren."

Rückgrat der rastlosen Nepal-Helfer ist die Non-Profit-Organisation „Frizzey Light". Unter den Mitgliedern finden sich Unterstützer und Sponsoren aus nah und fern.

Die Vorbereitungen zur Nepal-Help-Tour 4.0 mit Start am 20. Dezember laufen auf Hochtouren. In Kathmandu werden hochwertige Anoraks, Schlafsäcke, Mützen und Medikamente gekauft, um sie dann in den Bergdörfern zu verteilen.

Infos zu den Aktivitäten des Vereins: www.frizzey.com und Facebook. Spendenkonto: AT75 3635 9000 0102 8224. Mitglieder sind willkommen mit einem Unterstützungsbeitrag ab 7 Euro monatlich. (hwe)