Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 18.08.2018


Bezirk Kitzbühel

Kirchberger Badesee ist seit einem Jahr undicht

Probebohrungen haben ergeben, dass das Wasser nicht in Richtung der Häuser versickert. Das Leck wurde aber noch nicht entdeckt.

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© Harald Angerer



Von Michael Mader

Kirchberg – Der Badesee in Kirchberg mit seiner Wasserfläche von rund 13.000 Quadratmetern, seiner 25 Meter langen Wellenbreitrutsche und der 50 Meter langen Wasserrutsche beschäftigt nach wie vor die Gemeinde. Aber nicht etwa, weil sich durch die vielen schönen Tage ein Besucherrekord abzeichnen könnte, sondern weil der künstlich angelegte See immer noch auf rätselhafte Weise Wasser verliert – und das seit mehr als einem Jahr.

Als das Problem mit dem Wasserschwund damals öffentlich wurde, gab es Befürchtungen, dass dadurch unterhalb des Sees befindliche Häuser gefährdet sein könnten. „Das ist aber nach wie vor nicht so“, erklärt Bürgermeister Helmut Berger, „es besteht keine Gefahr.“

Die Menge des Wassers, die verschwinde, sei nicht so groß, dass sie einen größeren Druck aufbauen könne, hieß es im August 2017. Eine Fachfirma sei beauftragt worden, um das offensichtliche Leck mit Probebohrungen zumindest eingrenzen zu können und den Grundwasserstand zu untersuchen.

Berger: „Was wir jetzt zumindest wissen, ist, dass das Wasser in die andere Richtung fließt, also weg von den Häusern.“ Gefunden wurde das Leck allerdings noch immer nicht.

Wie schon aus dem Vorjahr bekannt ist, dürfte die undichte Stelle maximal in 30 Zentimetern Tiefe liegen, denn weiter sinkt das Wasser im See nicht ab.

Das Vorhaben, den See im Herbst auszulassen, wurde aber laut Bürgermeister wieder verworfen: „Wir haben geschaut, ob der Wasserspiegel wirklich konstant bleibt und dann auch neue Bohrungen gemacht.“ Dadurch habe sich auch bestätigt, dass es keine tiefer liegende undichte Stelle gebe. Berger geht davon aus, dass das Problem heuer gelöst werden kann: „Wir wollen die Gegend relativ genau eingrenzen. Gegenmaßnahmen kosten ja viel Geld und es macht einen Unterschied, ob wir 200 Laufmeter Wand abdichten müssen oder viel weniger.“

Damit der Badebetrieb nicht beeinträchtigt wird, muss bis dahin allerdings laufend Trinkwasser nachgefüllt werden. Eine enorme Menge bei einer so großen Fläche. „Das ist Routine, das ist kein Problem, wir haben genug Wasser“, versteht Berger die Aufregung nicht.