Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 04.09.2018


Bezirk Schwaz

„Da habe ich Zeit für mich“

Am Tag der Zeitungszusteller gibt Vanessa Eberharter Einblick in ihren Job und erzählt, was sie daran schätzt.

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© Eberharter



Von Eva-Maria Fankhauser

Schlitters, Buch, Jenbach – Um 2.30 Uhr klingelt der Wecker. Leichtfüßig schwingt sich Vanessa Eberharter aus dem Bett. Draußen ist es noch dunkel und alles ist still. Sie mag diese Tageszeit sehr. Während ihre kleine Tochter noch schläft, macht sie sich auf den Weg. Eberharter ist nämlich eine von rund 1000 Zeitungszustellern in Tirol.

Bis 5.15 Uhr ist die Jenbacherin unterwegs und stellt in den Gemeinden Buch und Schlitters den Abonnenten ihre Tiroler Tageszeitung zu. „Für mich ist dieser Job ideal. Die Arbeit gefällt mir gut und sie lässt sich super in meinen Alltag integrieren“, sagt Eberharter. Nach dem Zeitungzustellen kümmert sie sich um ihre Tochter, bringt sie in den Kindergarten und drückt zudem jeden Tag fünf Stunden lang die Schulbank. „Danach hole ich meine Tochter ab und wir verbringen viel Zeit miteinander. Zwischendurch muss ich aber auch noch lernen. Meine Lehrabschlussprüfung steht an“, verrät Eberharter.

Zuerst hat sie das frühe Aufstehen etwas abgeschreckt. „Ich habe mir gedacht, ich probier’ das einfach mal und dann hat es mir von Anfang an gut gefallen. Für Mütter mit Partner ist der Job echt praktisch“, sagt sie. Um 21 Uhr fällt sie dann aber meist müde ins Bett. Viele Zusteller gönnen sich nach der Tour noch etwas Schlaf. Doch Eberharter macht lieber durch. „Manchmal lege ich mich schon mit meiner Tochter am Nachmittag kurz hin. Aber ich nutze lieber die Zeit und gehe dann eben früher ins Bett“, sagt Eberharter.

Dass die beiden Touren gleich in der Nähe ihres Wohnortes liegen, sei ein großer Vorteil. „Sollte was sein, bin ich gleich zu Hause“, sagt sie. Aber der größte Vorteil ist für die 27-Jährige ein anderer: „Ich kann beim Zeitungzustellen um diese Uhrzeit richtig abschalten. Da habe ich Zeit für mich und habe meine Ruhe.“ Die Stille und dass noch kaum jemand auf den Beinen ist, habe etwas sehr Beruhigendes für sie. „Dann kommt die frische Luft dazu. Das braucht man einfach. Ich kann beim Austragen einfach zwei Stunden für mich sein und den Kopf freikriegen“, so Eberharter zufrieden.

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Dabei trotzt die Zeitungszustellerin an fünf Tagen in der Woche auch Schnee, Wind und Regen. „Es ist vielleicht nicht immer einfach, aber ich mache die Arbeit echt gerne. So manche Straße muss ich im Winter eben zu Fuß meistern“, erklärt sie. Damit rund 80.000 Tiroler Tageszeitungen pünktlich auf dem Frühstücks­tisch liegen, sind die 1000 Zusteller in ganz Tirol in den frühen Morgenstunden unterwegs. Heute ist für sie ein besonderer Tag: Am 4. September 1833 hat der Amerikaner Barney Flaherty als erster Zeitungsausträger bei der New York Sun begonnen. Daher wird heute weltweit der Tag der Zeitungszusteller gefeiert.

Weitere Infos für Interessierte gibt es telefonisch unter: 0512/5354-4000