Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 07.09.2018


Innsbruck-Land

Hausärzte sollen sich vernetzen

TGKK und Ärztekammer forcieren Zusam­menschluss von Ärzten im südöstlichen Mittel­gebirge statt eines Ärztezentrums in Lans.

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Von Denise Daum und Michael Domanig

Lans, Sistrans — Für Verwunderung im südöstlichen Mittelgebirge hat der Lanser Bürgermeister Benedikt Erhard mit seinem Vorstoß gesorgt, ein Ärztehaus in seiner Gemeinde errichten zu wollen. Wie berichtet, ist die Gemeinde derzeit auf Standortsuche, um ein Zentrum mit Hausarzt, Kinder- und Facharzt sowie Physiotherapie-Angeboten zu schaffen.

Tiroler Gebietskrankenkasse (TGKK), Ärztekammer Tirol und Land Tirol beabsichtigen vielmehr, ein so genanntes Primärversorgungsnetzwerk im südöstlichen Mittelgebirge zu errichten. Das heißt, dass sich die vier niedergelassenen Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag von Tulfes, Sistrans, Lans und Igls zusammentun, um Nacht-, Wochenend- und Sprengeldienste abzudecken, die Koordination der Nachsorge sowie die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen auszubauen. In einer gemeinsamen Stellungnahme erklären die vier Hausärzte, dass in dieser Sache Verhandlungen mit der TGKK geführt werden.

„Im Mittelgebirge bietet sich eine solche Netzwerk-Variante im Gegensatz zu einer Zentrums-Variante eher an, da die teilnehmenden Ärzte so in den ansässigen Ordinationen bleiben können. Kein bestehender Standort wird aufgegeben, eine wohnortnahe Versorgung ist weiterhin gesichert“, erklärt TGKK-Direktor Arno Melitopulos.

Günter Atzl, Direktor der Tiroler Ärztekammer, erklärt, dass grundsätzlich nichts gegen ein Ärztehaus spreche, aber in Lans sei man vielmehr auf dem Weg, die Vernetzung unter den Ärzten zu fördern. „Die ärztliche Versorgung im südöstlichen Mittelgebirge ist perfekt“, betont Atzl. Hinsichtlich des Wunsches nach einem Kinderarzt in Lans äußert der Ärztekammer-Direktor Bedenken, ob das Einzugsgebiet groß genug ist. Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen, so betont Atzl, würden im Übrigen auch die Hausärzte übernehmen.

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In Sistrans wird der Kassenvertrag von Allgemeinmediziner Christoph Fischer nach 37 Jahren an seine Tochter Lisa Fischer übertragen. Die Ärztin plant eine Ausweitung zur Gemeinschaftspraxis. „Die Praxisräumlichkeiten in Sistrans sind für den gestiegenen Bedarf zu klein und eine Vergrößerung der Praxis dringend notwendig“, sagt Lisa Fischer. Sie stehe diesbezüglich in positiven Verhandlungen mit der Gemeinde Sistrans.

Der Sistranser Bürgermeister Josef Kofler erklärt, dass die Wünsche nach einem Ärztezentrum der Gemeinde Lans nachvollziehbar seien. „Wir denken ebenfalls in diese Richtung und sind in der Planung ein bisschen weiter“, sagt Kofler. Bei der Gemeinderatssitzung am kommenden Montag wird die weitere Vorgehensweise zum geplanten Neubau des alten Schulgebäudes besprochen. Dort sind unter anderem Räumlichkeiten für die ärztliche Basisversorgung vorgesehen.

Der Igler Kassenarzt ist im Übrigen seit zwei Jahren auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten.




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