Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 08.09.2018


Bezirk Kufstein

Ebbser Kindergarten wird bald fertig sein

Der Rohbau des neuen Ebbser Kindergartens steht, in einem Jahr ziehen 200 Kinder ein. Die Gebühren will man nicht anheben.

© Jasmine HrdinaPädagoginnen, Gemeindevertreter und Kinder durften bei der Firstfeier erstmals das neue Gebäude erkunden.Foto: Hrdina



Ebbs – Ein kleines Tannenbäumchen, von Kindern mit bunten Bändern verziert, schmückt seit Donnerstagnachmittag den Rohbau des neuen Kindergartens in Ebbs. Nach fünfeinhalb Monaten Bauzeit durften sich bei der Firstfeier Gemeindevertreter, Pädagoginnen und eine Gruppe von Kindern einen ersten Eindruck von den Räumlichkeiten verschaffen. Bis zu zehn Gruppen bzw. 200 Kinder finden dort ab Herbst 2019 auf fast 3000 Quadratmetern Nutzfläche Platz. Die Gemeinde budgetierte den Neubau mit 6,2 Millionen Euro, wobei man sich „finanziell einigermaßen im Rahmen“ bewege, wie Bürgermeister Josef Ritzer meint. Der bestehende Kindergarten sei an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen, nur mit einer Ausnahmegenehmigung des Landes könne man derzeit alle Kinder in sieben größeren Gruppen unterbringen.

Die Gemeinde werde die Kindergartengebühren trotz Neubaus nicht anheben, verspricht der Bürgermeister. Eine Indexanpassung werde es aber geben müssen. Für Dreijährige zahlen Eltern heuer 45 Euro im Monat, im Vorjahr waren es 40. Für die Ganztagesbetreuung (wird derzeit an zwei Wochentagen angeboten) fallen neuerdings 28 statt 25 Euro für einen bzw. 55 Euro (bisher 50) für zwei Tage an. „Es ist natürlich schöner, über einen Gratiskindergarten zu reden, als den genauen Umfang der Sache darzustellen“, kritisiert der Gemeindechef die Wortwahl bei diesem „sensiblen Thema“.

Der Neubau des Kindergartens ist nur eines der Ergebnisse aus dem zweijährigen Dorfentwicklungsprozess. Im Bereich vor dem Gebäude soll ein Marktplatz entstehen, „fernab der verkehrsgeplagten B175“, wie Ritzer betont, „wo sich das Dorfleben entfalten kann“. In weiterer Folge stehe dann der Ausbau des Gemeindeamts an, wobei das historische Schulhaus aus dem Jahr 1905 erhalten bleiben soll. Die frei werdenden Räumlichkeiten des derzeitigen Kindergartens wolle man dafür jedenfalls nutzen. Handlungsbedarf sieht Ritzer auch beim angrenzenden Jugendzentrum mit Bücherei bzw. Eltern-Kind-Zentrum. Die Gemeinde wolle dieses Schritt für Schritt angehen, wirtschaftlich stehe man aber gut da. „Ebbs hat Gott sei Dank kein Problem mit Abwanderung“, freut sich Ritzer. (jazz)


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