Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.09.2018


Bezirk Kufstein

Kirchtag in Kramsach kontra Rad-WM: Der Stau ist unvermeidlich

Am 30. September findet der Kirchtag im Höfemuseum Kramsach statt. Die Anfahrt wird wegen der Straßenrad-WM zum Geduldsspiel.

© OtterEine Feldmesse bildet den traditionellen Auftakt zum Kirchtag im Museum Tiroler Bauernhöfe. Daran können auch die Rad-Profis aus aller Welt nichts ändern.



Von Wolfgang Otter

Kramsach – Was wäre der Herbst ohne den Kirchtag im Museum Tiroler Bauernhöfe in Kramsach. An die 10.000 Besucher pilgern an diesem Tag auf das Museumsgelände, genießen Tiroler Kulinarik und bestaunen die alte Handwerkskunst. Ein Höhepunkt ist die Feldmesse zu Beginn des Kirchtags. Besonders beliebt ist der Auftakt bei Busgästen aus Frankreich, die zu Tausenden am Vormittag das Museum besuchen.

Bereits zu normalen Zeiten ist die Verkehrsabwicklung eine organisatorische Großtat, umfangreiche Auffangparkplätze sind notwendig, reisen die Gäste doch per Pkw und Bus an. Heuer wird das Ganze am 30. September noch verschärft. Zugleich mit dem Kirchtag findet nämlich eines der wichtigsten Rennen der UCI-Straßenrad-WM statt: das Herren-Eliterennen mit Start in Kufstein. Daher muss nicht nur die Landesstraße zum Reintalersee von 9.40 Uhr bis 11.30 Uhr gesperrt werden, sondern zeitgleich auch die Zufahrt zum Höfemuseum.

Rad-WM hin oder her – der Museumsverein bleibt aber beim Termin 30. September, „eine Verlegung wäre ohnedies nicht möglich gewesen“, sagt Obmann Hans Knoll. Für den Traditionstag gab es bereits an die 2000 Vorreservierungen „und die Reiseveranstalter hätten für die Gäste in den 50 bis 55 Bussen eine Woche früher keine Hotelzimmer mehr bekommen“, sagt Knoll. In der Woche danach findet wiederum eine große Prozession in Mariatal statt, bei der auch die Schützen und Kasettlfrauen mitgehen. Beide gehören aber auch zu einem richtigen Kirchtag dazu. „Also machen wir das Beste daraus und sagen den Besuchern, sie sollen spätestens bis 9.30 Uhr da sein und dann können sie gleichzeitig zum Kirchtag auch Rad-WM schauen“, versucht Knoll der Situation etwas Positives abzugewinnen. Für die Busgäste sei das ohnedies kein Problem, eventuell jedoch für den Individualverkehr. Wie sich die Sperre auf die Besucherzahlen auswirkt, „können wir nicht sagen, wir hoffen, nicht zu sehr“, sagt Knoll.