Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 12.09.2018


Bezirk Landeck

„Alle Kinder sollen hören, zuhören und dazugehören“

Landecks Pflichtschulinspektor Bernhard Frischmann ruft neuen Schwerpunkt für das neue Schuljahr aus. Schülerzahl leicht rückläufig.

© TT Archiv



Von Helmut Wenzel

Landeck – Mehr Schulautonomie, einheitliche Ferientermine in den Sprengeln, verstärkte Inklusion, leicht sinkende Schülerzahlen und über alledem der Schwerpunkt „Hören, zuhören und dazugehören“. So bringt Land­ecks Pflichtschulinspektor Bernhard Frischmann die Neuigkeiten zum Schuljahr 2018/19 auf den Punkt.

Die Bildungslandschaft für die 6- bis 15-Jährigen in Tirols westlichstem Bezirk bleibt gegenüber 2017/18 beinahe unverändert. 3378 Schülerinnen und Schüler drücken seit wenigen Tagen die Schulbank, das sind 52 weniger als voriges Jahr. Bei den Erstklässlern hingegen ist die Zahl gestiegen – von 464 auf 516 in diesem Jahr. In Summe stehen 503 Pflichtschullehrer im pädagogischen Einsatz. Eine einzige Schule musste mangels Kindern stillgelegt werden, die Volksschule Lafairs bei Pfunds. Die Volksschule Kappl-Holdernach läuft heuer aus. Deutschförderklassen wird es laut Frischmann keine geben, die Mindestschülerzahl wurde nirgends erreicht.

„Wir streben ein gutes Miteinander in allen Schulen mit allen Kindern und Jugendlichen an", so Frischmann.
- Zangerl

Bei der Daueraufgabe Integration „sind alle Lehrer für alle Kinder verantwortlich“, hob der Schulinspektor hervor. „Jedes Kind soll seinen Platz haben und sein Potenzial entfalten können.“ Vor diesem Hintergrund leitet er den Jahresschwerpunkt „Hören, zuhören, dazugehören“ für die Bildungsregion ab. „Gute Geschichten und gute Nachrichten sollen verbreitet werden“, plädiert er. Gleichzeitig soll die „Tratschkette“ unterbrochen werden. Die Unsitte, über Abwesende „blöd zu reden“, soll ebenfalls verbannt werden. Die von Eltern vielfach gewünschte einheitliche Ferienregelung werde heuer in allen NMS-Sprengeln des Bezirkes realisiert. Neu sind ab heuer Strafen bei „Schulpflichtverletzungen“. Das heißt: Eltern können Geldstrafen zwischen 110 und 400 Euro ausfassen, wenn ihr Kind die Schule schwänzt.

Bei pädagogischem Förderbedarf bzw. schulischen Problemen springt das Team „Fachbereich für Inklusion, Diversität und Sonderpädagogik“ (früher „Pädagogisches Beratungszentrum“) ein. Leiterin Mary Krismer ist per E-Mail unter pbz-landeck@tsn.at erreichbar.