Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 18.09.2018


Bezirk Kufstein

Causa Badl in Wörgl ist noch immer ungelöst

Noch immer keine Widmung für Burnout-Klinik und privaten Kindergarten auf dem Areal des ehemaligen Gasthofs Bad Eisenstein. Die Verhandlungen für die Tennisplätze treten auf der Stelle.

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© Hrdina



Von Wolfgang Otter

Wörgl – Es ist ruhig geworden um das Areal des ehemaligen Gasthofs Bad Eisenstein. Doch nur öffentlich – im Hintergrund wird geplant und verhandelt. Auf der knapp 12.000 Quadratmeter großen Fläche, die der Eisenstein Wörgl GmbH gehört, finden sich derzeit ein Asylwerberheim im ehemaligen Gasthofgebäude sowie Tennisplätze. Doch GmbH-Geschäftsführer Roland Ponholzer hegt größere Pläne: So sollen eines Tages eine Einrichtung zur Behandlung von Burnout-Patienten, ein privater Kindergarten und Gastronomie sowie Seminarräume und Betriebswohnungen entstehen. Ein Projekt, das seit Sommer 2017 bei der Stadt liegt und der entsprechenden Widmung harrt.

Die sei aber laut Bürgermeisterin Hedi Wechner nicht genehmigungsfähig, da die Raumordnerin Bedenken habe. „Wir müssen eine sehr punktgenaue Widmung machen. So wie sich das die Gesellschaft vorstellt, wären auch Wohnbau und andere Dinge möglich und das wollen wir nicht.“ Andererseits müsse der Gemeinderat in nächster Zukunft ohnedies einen Beschluss in Sachen Badl fassen, das raumordnerisch für einen „Großbeherbergungsbetrieb“ genehmigt ist. „Und es wäre nicht lustig, das Ganze wieder in Freiland und Sportstätte zurückzuwidmen. Ich möchte lieber einen Konsens und niemanden ärgern“, sagt BM Wechner. Die Burnout-Einrichtung sei „ein interessantes Projekt“, sagt Wechner. Es fehle ihr aber ein schlüssiges Konzept. Auch die Raumordnerin habe dies verlangt. Daher will Wechner genauere Informationen anfordern.

Mit den Widmungen ist auch die Zukunft des Wörgler Tennisclubs verbunden. Die Sportler haben vier Plätze auf der Fläche der Gesellschaft sowie zwei weitere und das Clubhaus auf einem angrenzenden Areal, das der Dorfinteressentschaft gehört. Das Problem: Der Vertrag mit der Gesellschaft läuft aus. Zwar sind die weiteren zwei Plätze und das Clubhaus bis 2030 gesichert, „aber wir brauchen für die Bundesliga drei Plätze“, sagt Stefan Schneck. Die bisherigen Verhandlungen seien laut dem Obmann an der Pachthöhe und an der Widmung gescheitert. Damit heißt es für den Tennisclub weiterverhandeln oder das Gebäude zwischen den beiden verbleibenden Plätzen abbauen, „dann haben wir zumindest drei Plätze zur Verfügung“, meint Schneck.

Gescheitert sind bislang die Gespräche zum einen an der Höhe der zukünftigen Pacht, aber auch daran, „dass uns von der Eisenstein Wörgl GmbH erklärt wurde, dass sie erst mit uns weiterverhandelt, wenn sie die entsprechenden Widmungen haben“, sagt Schneck. Bürgermeisterin Hedi Wechner wiederum erklärt, „dass wir natürlich die Widmung für das Projekt nicht von den Tennisplätzen abhängig machen, aber wir sehen das schon als Gesamtkonzept“.

Roland Ponholzer, Geschäftsführer der Eisenstein Wörgl GmbH, kündigte eine Stellungnahme für Dienstag an.


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