Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 22.09.2018


Innsbruck-Land

Geplante Schlafcontainer sorgen für Verunsicherung im Wipptal

In Stafflach sollen bis zu 350 Arbeiter vom Brennerbasistunnel in Containern untergebracht werden. Die Anrainer äußern Bedenken.

Nahe der Kapelle in Stafflach sollen Container für BBT-Tunnelarbeiter errichtet werden.

© JeneweinNahe der Kapelle in Stafflach sollen Container für BBT-Tunnelarbeiter errichtet werden.



Von Denise Daum

Steinach a. Br. – Der Bau des Brennerbasistunnels schreitet kontinuierlich voran – er wird der längste Tunnel der Welt. Die zahlreichen Arbeiter, die es zur Errichtung braucht, haben ihren Wohnsitz naturgemäß nicht alle in unmittelbarer Nähe zu den jeweiligen Baustellen. Meist werden die Arbeiter in Gasthöfen und Hotels in der Umgebung untergebracht. Im Wipptal steht mit Pfons-Brenner nun ein weiteres großes Baulos an. Ende Oktober wird die Baustelle eingerichtet, bis Jänner sind die Vorarbeiten abgeschlossen und die Arbeiter kommen. Die Unterbringung dieser Männer sorgt nun für reichlich Gesprächsstoff im Wipptal. Geplant ist nämlich die Errichtung von Wohncontainern im Steinacher Ortsteil Stafflach.

„Wir als BBT haben immer alles darangesetzt, dass die Tunnelarbeiter privat oder in Tourismusbetrieben untergebracht werden. So auch beim Baulos Pfons-Brenner mit einem Volumen von 966 Millionen Euro. Aufgrund der Größe des Bauloses müssen aber leider Schlafcontainer errichtet werden“, erklärt Konrad Bergmeister, Vorstand der Brennerbasistunnel-Gesellschaft BBT SE. Die Arbeiten für das Containerdorf sollen im Herbst aufgenommen werden. „Aufgrund der erhöhten Anzahl von Technikern und Arbeitern, an Spitzenzeiten bis zu 350 Personen, die temporär auf dieser Baustelle arbeiten, ist es notwendig, maximal drei Containerblöcke zu errichten“, heißt es von Seiten der zuständigen Baufirma Porr.

Am Mittwochabend hat es ein Gespräch zwischen Anrainern und Porr-Mitarbeitern gegeben. „Die Anrainer haben zahlreiche Bedenken geäußert. Es wird eine Verschlechterung der Lebensqualität befürchtet, nicht zuletzt ist auch der Verkehr ein Thema“, erklärt Gemeinderat Michael Reimeir, der bei dem Gespräch anwesend war. Auch gegenüber der Tiroler Tageszeitung haben Anrainer ihre Sorgen zum Ausdruck gebracht.

Steinachs Bürgermeister Josef Hautz zeigt für die Anrainer Verständnis. Der Gemeinde seien in dieser Angelegenheit aber die Hände gebunden. „Die Genehmigung für die Errichtung des Containerdorfs wurde bereits 2008 im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung für die Brennerbasistunnel-Baustelle erteilt“, erklärt Hautz. Es brauche für die temporäre Errichtung der Container damit weder eine Widmung noch eine Bauverhandlung.

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Die Porr betont, dass es „uns überaus wichtig ist, dass diese Arbeiter auch in den sozialen und kulturellen Austausch mit den Ortschaften treten“. Zudem würden alle Maßnahmen ergriffen, um die Bauphase so schonend wie möglich abzuwickeln.