Letztes Update am Mo, 01.10.2018 12:36

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tirol

Einsatzkräfte zogen nach Rad-WM in Tirol positive Bilanz

Einsatzleitung, Polizei, Rettungskräfte und Bundesheer zogen ein rundum positives Fazit der Rad-WM in Innsbruck-Tirol. Während der Weltmeisterschaft sei es zu keinen nennenswerten Straftaten gekommen. Zudem hätten sich die Verkehrsüberlastungen in Grenzen gehalten, sagte Polizei-Gesamteinsatzleiter Markus Widmann.

© Bundesheer/NalterGemeinsam mit der Exekutive arbeiteten die eingesetzten Soldaten.



Innsbruck – Neun Tage lang stand Tirol ganz im Zeichen der Rad-WM. Die Sicherheitsbilanz fällt äußerst positiv aus. „Vom Sport bis zur Sicherheit war Tirol ein erfolgreicher Gastgeber“, resümierten die Verantwortlichen zufrieden.

Blaulichtfahrzeuge und Versorgungsdienste passierten insgesamt 8500 Mal die entlang der Rennstrecke vorgesehenen Querungsstellen. Es kam auch zu 151 Befahrungen der Rennstrecke für Blaulichtfahrten, teilte das Land Tirol am Montag in einer Aussendung mit. Erstmals wurde dabei eine Großveranstaltung von einer kooperativen Landeseinsatzleitung des Landes Tirol gemeinsam mit der integrierten Gemeindeeinsatzleitung Innsbruck geführt.

„Mein Dank gilt allen Einsatzkräften und Behörden, die diese Rad-WM vorbereitet und die Einsätze ausgeführt haben. Die Landeseinsatzleitung konnte im Hintergrund bleiben, weil kein Einsatz notwendig war. Dies war den besonders guten Umständen bei dieser Veranstaltung zu verdanken“, erklärte Herbert Walter, Vorstand der Abteilung Zivil- und Katastrophenschutz des Landes und Leiter der Landeseinsatzleitung. Besonders hervorzuheben sei dabei die gelungene Integration der Gemeindeeinsatzleitung Innsbruck unter der Leitung von Elmar Rizzoli in die Landeseinsatzleitung. „Diese kooperative Gesamteinsatzleitung brachte kurze Entscheidungswege und eine optimale Kommunikation in einem gemeinsamen Raum“, wurde Walter zitiert.

Die Einsatzleitung Omega unter der Leitung von Oberst Markus Widmann (Mitte) im Gebäude des Stadtpolizeikommandos Innsbruck.
- Polizei

Herausforderung Verkehr und Information

Bis zu 1200 Polizisten aus allen neun Bundesländern sorgten täglich für die Sicherheit auf der Strecke, in den Start- und Zielbereichen, in den Fanzonen, bei diversen Veranstaltungen und am begleitenden Straßennetz. Die Leitung des Großeinsatzes erfolgte im Rahmen einer „Besonderen Aufbauorganisation“ in einem integrierten Führungs- und Einsatzstab der Landespolizeidirektion.

„Die Sicherheit der Athletinnen und Athleten, des Publikums und der Tiroler Bevölkerung sowie die reibungslose Abwicklung der zwölf Rennen und Trainings standen von Anfang an im Mittelpunkt der polizeilichen Arbeit. Es kam während des gesamten Zeitraumes zu keinen nennenswerten Straftaten und die Verkehrsüberlastungen hielten sich überall in Grenzen“, bilanzierte Polizei-Gesamteinsatzleiter Markus Widmann.

Katastrophenschutz-Vorsorge in der Standschützenkaserne

„Die Zusammenarbeit zwischen Ambulanzdienst und den Blaulichtorganisationen hat perfekt funktioniert. Unsere integrierte Einsatzleitung von Leitstelle, Rettung und Feuerwehr war eine ideale Ergänzung zur Abdeckung des Rettungsdiensts im ganzen Land“, betonte Bernd Noggler, Geschäftsführer der Leitstelle Tirol.

Die integrierte Einsatzleitung von Feuerwehr und Rettung in der Leitstelle Tirol mit Martin Gegenhuber (2.v.r.) von der Berufsfeuerwehr Innsbruck und Gerhard Stauder (5.v.r.), technischer Leiter der Leitstelle Tirol.
- Land Tirol/Gerzabek

Tirols Feuerwehren besetzten während ihres Rad-WM-Einsatzes rund 1900 Positionen in den Bereichen Absperrdienst, Bereitschaft und Sicherheitswachen. Mit 80 Streckenposten unterstützte auch das Bundesheer die Großveranstaltung. Speziell am vergangenen Wochenende zu den Renn-Höhepunkten war in der Standschützenkaserne in Innsbruck-Kranebitten wegen des erwarteten Besucherzustroms eine Katastrophenvorsorge mit rund 300 Einsatzkräften und Fahrzeugen des Roten Kreuzes, der Malteser und der Feuerwehr sowie ein Alouette-III-Hubschrauber des Bundesheeres bereitgehalten worden.

Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi dankte den Mitarbeitern des Magistrats für ihren Einsatz: „Die Belegschaft des Straßenbetriebs reinigte nach jedem Rennen die Straßen. Täglich ab den frühen Morgenstunden wurde zudem der Zielbereich auf Vordermann gebracht. Auch die Mobile Überwachungsgruppe und die Straßenbauhof-Mitarbeiter waren vermehrt im Einsatz, bei Tag und bei Nacht. Besondere Aufgaben kamen den städtischen Lehrlingen zuteil. Sie halfen beim Aufbau, an Infoständen und an den Strecken.“

Knapp 1500 freiwillige Helfer

In allen Bereichen der Veranstaltungsorganisation leisteten freiwillige Helfer einen wichtigen Beitrag. „1492 freiwillige Helfer waren während der Rad WM im Einsatz – direkt im Renngeschehen als Streckenposten, bei Infoständen, in der Logistik, im Bereich Event-Operations oder beispielsweise auch im Pressezentrum“, wusste Georg Spazier, Geschäftsführer der Innsbruck-Tirol Rad WM GmbH, zu berichten. „34.500 Einsatzstunden wurden von den vielen Freiwilligen absolviert. Man kann sich vorstellen, dass eine Veranstaltung dieser Größenordnung ohne deren Unterstützung gar nicht machbar wäre“, so Spazier weiter.

Zusätzlich 800 Sitzplätze zum Finale

Während der WM-Woche stellten die ÖBB 140 zusätzliche Züge und 20.000 Sitzplätze zur Verfügung. Der starke Fan-Ansturm am Schlusstag veranlasste den VVT und die ÖBB kurzfristig, 800 zusätzliche Sitzplätze für die Heimreise der Zuschauer zur Verfügung zu stellen. Die planmäßigen Zusatzzüge im Inntal waren stark frequentiert und auch die Anreise von München und Garmisch über die Karwendelbahn sehr beliebt, teilten die ÖBB in einer Aussendung mit. (TT.com)