Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.10.2018


Bezirk Schwaz

Für die Kinder-Reha, aber gegen den Standort in Wiesing

Bei der gestrigen Info-Veranstaltung der SeneCura in Wiesing meldeten sich empörte Oppositionspolitiker zu Wort.

Mehrere Politiker meldeten sich zu Wort, darunter Ersatz-GR Wolfgang Berger, LA Christofer Ranzmaier und GR Hubert Klammer (v.?l.).

© Mehrere Politiker meldeten sich zu Wort, darunter Ersatz-GR Wolfgang Berger, LA Christofer Ranzmaier und GR Hubert Klammer (v.?l.).



Von Angela Dähling

Wiesing – Kinder, die lachend in der Natur spielen. Und kein Auto in Sicht. Mit solchen Bildern informierte Christian Weber (Divisionsleiter der zu SeneCura zählenden OptimaMed) gestern im Wiesinger Gemeindesaal über die Einrichtungen der SeneCura und deren geplante Kinder-Reha bei der Autobahnausfahrt Wiesing. Vor dem Winter sollen erste Bauarbeiten starten, die Eröffnung ist im Herbst/Winter 2019 angedacht. 50 Arbeitsplätze sind geplant.

Etliche waren gekommen, um sich zu bewerben. Doch einig waren sich die Zuhörer offensichtlich nur in einem: eine Kinder-Reha und das Beste für die jungen Patienten zu wollen. Aber nicht an diesem Standort, erklärten einige. „Es schaut extrem verantwortungslos aus, mental kranke Kinder an diesem verkehrsbelasteten Standort heilen zu wollen“, meldete sich GR Maria Chelucci zu Wort. Der Standort sei gut gewählt, sonst hätte man keinen Zuschlag beim Vergabeverfahren bekommen, argumentierte Weber. „Denn uns geht es um gute Erreichbarkeit, Wohnort- und Versorgungsnähe.“ Für GR Hubert Klammer ist der staugeplagte Standort „inakzeptabel“. Es gebe schönere Plätze in Wiesing. FP-LA Christofer Ranzmaier wollte wissen, ob andere Standorte geprüft worden seien und wie es zur Entscheidung kam. „Ich stehe hier nicht, um das Vergabeverfahren aufzurollen“, lautete Webers Antwort. Die Frage, wer das Lärmgutachten erstellt und bezahlt habe, blieb ebenfalls unbeantwortet. Schützenhilfe kam von Franz Schwaiger: „Ich sehe die Reha als Chance, dass sich danach unsere Probleme beim Land lösen lassen und die Lebensqualität steigt.“ Dem widersprachen andere. Bürgermeister Alois Aschberger und sein Staner Amtskollege Michael Huber blieben stille Zuhörer.

Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser informiert indes, dass die Liegenschaft laut Umgebungslärmkarte des BMNT (laerminfo.at) mit 60 bis 65 dB Lärm belastet ist. Im Lärmgutachten betragen die Werte zwischen 49 und 58 dB.