Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 23.10.2018


Bezirk Landeck

Pettneuer Gemeindeamt ist endgültig ein Auslaufmodell

Ein neues Gemeindezentrum mit Veranstaltungssaal steht an erster Stelle der Prioritätenliste im Dorf. Baubeginn wird für 2020 angestrebt.

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© Schranz



Pettneu am Arlberg – Sportliche Leute haben zwar kein Problem, für Senioren stellt sich der Weg ins Gemeindeamt von Pettneu aber etwas mühsam dar. Das Amt im Obergeschoß des 120 Jahre alten Hauses ist nur über eine Steintreppe und dann noch über eine knarrende Holzstiege erreichbar. Kurz und gut: Die Gemeinde hat Handlungsbedarf, nicht nur wegen der Richtlinie zur barrierefreien Erreichbarkeit einer öffentlichen Einrichtung.

„Wir haben das älteste Gemeindeamt im Bezirk und keinen Saal. Ein Neubau mit zeitgemäßen Räumlichkeiten und einem Veranstaltungssaal für rund 200 Personen soll Abhilfe schaffen“, sagte Bürgermeister Manfred Matt bei der Präsentation vergangene Woche in der Feuerwehrhalle von Pettneu.

Das 2014 angekaufte ehemalige Traxlhaus neben dem Alten Widum kristallisiert sich als bestmöglicher Standort für das Projekt heraus. Dazu sollen 40 Parkplätze in unmittelbarer Umgebung errichtet werden. Zuletzt habe man zahlreiche Grundstücksverhandlungen geführt, schilderte der Bürgermeister. Fazit: Das Vorhaben sei zu 98 Prozent „durchverhandelt“. In Zusammenarbeit mit der Abteilung Dorferneuerung des Landes ist laut Matt ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben. Im Frühjahr 2019 soll das Siegerprojekt präsentiert werden, der Baubeginn ist 2020 geplant. Schließlich soll das bestehende Gemeindeamt für betreubares Wohnen adaptiert werden.

Seit März vorigen Jahres haben sich zahlreiche Pettneue­r Gedanken zur künftigen Dorfentwicklung gemacht. Die Ideen wurden im Leitbild „Pettneu 2030“ festgehalten, eine Prioritätenliste umfasst zwölf Projekte. Dass das Gemeindezentrum inklusive Veranstaltungssaal an oberster Stelle der Wunschliste steht, war zu erwarten. Zudem will die Bevölkerung neue Wohnungen in Zentrums­nähe, eine Lösung für die zahlreichen leerstehenden Häuser und eine Belebung des Wellnessparks.

Bereits 2019 soll eine Wohnanlage mit 25 Wohnungen gebaut werden. Pettneu zählt 645 Haushalte, das ist eine Steigerung von 22 Prozent seit dem Jahr 2001. Gleichzeitig stieg die Zahl der Einwohner (1493) nur um ein Prozent. „Bei den leerstehenden alten Häusern müssen wir schauen, dass sich der Ort nicht zu sehr zersiedelt“, sagte Matt. Und: „Das Leitbild soll ein Kompass für die künftige Dorfentwicklung sein.“ (psch)