Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 24.10.2018


Bezirk Kufstein

Kundler Trinkwasser sorgt für Urlaubserinnerungen

Heißer Sommer hinterließ Spuren im Wasserleitungsnetz in Kundl. Daher muss die Qualität nun mit Chlor wiederhergestellt werden.

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© BöhmSymbolfoto.



Kundl – Das schmeckt merkwürdig – ein Gedanke, der in den vergangenen Tagen immer mehr Kundlern durch den Kopf gegangen sein dürfte, als sie einen kräftigen Schluck Wasser genommen haben. Statt der zu erwartenden Tiroler Qualität erinnerte der Geschmack an Reisen in den Süden, wo Trinkwasser mit Chlor versetzt werden muss, damit es überhaupt erst genießbar wird. Genau das passiert auch in Kundl, wie auf Anfrage im Marktgemeindeamt zu erfahren ist. Und das nicht erst seit wenigen Tagen, sondern bereits seit September.

Da man in der Endphase der Chlorzugabe sei und die Wirkung einsetze, mache es sich aber immer mehr bemerkbar, lautet die Erklärung seitens der Gemeinde. Mit Allerheiligen bzw. Allerseelen sei die Aufbereitung des Wassers wieder Geschichte.

Der lange und heiße Sommer wird übrigens als Grund genannt, warum die Aufbereitung notwendig ist. Im Normalbetrieb stelle sich „in den Leitungsnetzen ein dünner, stabiler Biofilmaufbau ein, der das Netz auch mikrobiologisch stabilisiert. Durch die hohen Temperaturen, speziell auch die fehlende Abkühlung über Nacht, wurde dieser Biofilmaufbau gestört, sodass das Netz nun desinfiziert werden muss, um nach Desinfektion wieder zu einem stabilen Biofilmaufbau zu kommen (Systemreset). Der Genuss dieses Trinkwassers ist absolut ungefährlich und in keinster Weise gesundheitsschädlich. Der Geruch entsteht durch die Abbauprodukte des Biofilms und nicht durch das beigemengte Chlor selbst – nach Abbau des Biofilms sollte die Geruchsbelastung deutlich zurückgehen“, wie mitgeteilt wird. Mit 0,10 mg Chlor pro Liter erreiche man ein Fünftel der zulässigen Menge und werde auch von der beauftragten Fachfirma permanent überprüft.

Kritik gibt es auch daran, dass man nicht rechtzeitig auf die Chlorierung hingewiesen habe. Im Amt verweist man auf Artikel in der Gemeindezeitung und auf der Homepage. (wo)