Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 25.10.2018


Bezirk Schwaz

Weg musste wegen illegaler Schüttung gesperrt werden

In einer Waldrinne in Ramsau wurde Aushubmaterial abgelagert – ohne Genehmigung. Das Material droht nun auf einen Wanderweg abzurutschen.

Ein Wanderweg und ein Spielplatz wurden gesperrt.

© PrivatEin Wanderweg und ein Spielplatz wurden gesperrt.



Von Eva-Maria Fankhauser

Ramsau – Gesperrt. Rot-weiß-rote Holzscherengitter riegeln den Wanderweg im Ramsaue­r Ortsteil Bichl ab. Auch der dortige Kinderspielplatz ist Sperrzone. Der Zutritt erfolgt auf eigene Gefahr.

Direkt darüber liegt die nicht genehmigte Schüttung einer Erdbewegungsfirma, die dort das Aushubmaterial einer nahe gelegenen Baustelle abgelagert hat – die TT berichtete. „Die Sperre habe ich aus reiner Vorsicht gemacht“, sagt BM Fritz Steiner auf Anfrage der TT. Er sei gerade ein paar Tage nicht in der Gemeinde und aufgrund des Wetterberichts und des prognostizierten Regens habe er sich am Dienstagvormittag entschieden, den Wanderweg und den Spielplatz zu sperren.

Die Schüttung im Wald in Ramsau könnte durch den Regen teils ins Rutschen kommen.
Die Schüttung im Wald in Ramsau könnte durch den Regen teils ins Rutschen kommen.
- Privat

Markus Gasser von der Umweltabteilung der Bezirkshauptmannschaft Schwaz schickte am Dienstag einen Geologen nach Ramsau. Denn ihm war vorher nicht bewusst, dass unterhalb der Schüttung ein Wanderweg und ein Spielplatz liegen. „Der Geologe hat die Situation vor Ort dann durchaus als Gefahr gesehen. Er kann nicht ausschließen, dass kleine Muscheln abrutschen oder auch fußballgroß­e Blöcke ab­kollern und den dortigen Damm ,überspringen‘“, sagt Gasser. Er hat der Erdbewegungsfirma Rauch nun ein geotechnisches Gutachten vorgeschrieben, das die Standfestigkeit der Schüttung aufzeigen soll. Ob die Schüttung nachträglich seitens der BH bewilligt wird, könne Gasser derzeit nicht sagen. „Das wird sich erst zeigen, wenn das Ansuchen und alle Unterlagen eingelangt sind“, sagt Gasser.

Andreas Rauch bestätigt, dass er eine Checkliste von Gasser erhalten habe, die er derzeit abarbeite. Der geotechnische Gutachter soll laut Rauch heute die Daten erheben. „Dann kann ich nächste Woche alles einreichen“, sagt der Unternehmer und Gemeindevorstand. Er habe ein gutes Gefühl, dass die nachträgliche Bewilligung durchgehe.

Auf die Frage, ob dort wirklich Bienenhäuser geplant seien – wie es nach der negativen Beurteilung der Schüttung durch die BH hieß –, sagte Rauch: „Der Grund­eigentümer hat dort bereits ein Bienenhaus. Wie das dann genau aussehen soll, planen wir gerade erst. Aber die Einflugschneise für die Bienen ist an diesem Platz besser.“