Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 27.10.2018


Bezirk Landeck

„Bin sprachlos, was so alte Mauern noch hergeben“

Landeck feierte den Umbau der größten Volksschule im Bezirk, Redner hoben die neue Lernkultur hervor. In dem Projekt stecken 7,7 Mio. Euro.

Die Stadt Landeck hat das 116 Jahre alte Volksschulhaus zum attraktiven pädagogischen Zentrum ausgebaut.

© WenzelDie Stadt Landeck hat das 116 Jahre alte Volksschulhaus zum attraktiven pädagogischen Zentrum ausgebaut.



Von Helmut Wenzel

Landeck – Die Festredner sprachen von einem Meilenstein in der 116-jährigen Geschichte des größten Volksschulhauses im Bezirk. Nach 17 Monaten Bauzeit konnte im September die Generalsanierung der VS Landeck-Angedair fertig gestellt werden. Am Donnerstag luden Stadtgemeinde und Schulleitung zum Tag der offenen Tür und zugleich zur Eröffnungsfeier.

Für die Stadt war es ein finanzieller Klimmzug: Bei 7,7 Mio. Euro Gesamtkosten steuerte das Land 2,2 Mio. Euro an Bedarfszuweisungen bei, wie LR Bernhard Tilg schilderte. Dazu kommen noch rund 700.000 Euro aus der Schul- und Kindergartenförderung.

Der Projektumsetzung ging eine mehr als fünfjährige Konzeptphase voran. Pädagogen, Planer und Gemeindemandatare saßen unzählige Stunden am gemeinsamen Tisch. „In die Pläne sind auch fast alle Ideen der Kinder eingeflossen“, freute sich Direktorin Daniela Lehmann, die täglich alle Schüler in der Früh persönlich begrüßt.

„Mit dem Umbau sind die bestmöglichen Rahmenbedingungen für alle geschaffen worden, die in diesem Haus tätig sind“, hob Bürgermeister Wolfgang Jörg hervor. „Hier kann sich eine neue Lernkultur entfalten, moderne pädagogische Konzepte können umgesetzt werden.“

Ein Kuriosum der Projektgeschichte bleibt in Erinnerung – die „Luxusvariante“ mit Kosten von 14 Mio. Euro. Da mussten Landecks Gemeinderäte im Mai 2015 die Notbremse ziehen und einen Plan B ausarbeiten lassen. Dieser wurde schließlich vom Wiener Architekturbüro „Franz & Sue“ realisiert.

„Ich bin sprachlos, was so alte Mauern noch alles hergeben“, sagte die Landesschul­inspektorin Ingrid Handle nach einem Rundgang. Sie selbst war einst Schülerin der „Eader Schule“, wie die Land­ecker zur VS Angedair sagen. Pflichtschulinspektor Bernhard Frischmann sieht „beste Voraussetzungen für Inklusion als Unterrichtsprinzip“.

Lehmann und ihr Team der Pädagogen unterrichten 163 Kinder in neun Klassen, vier davon sind so genannte Mehrstufenklassen. 40 Prozent der Kinder haben Migrationshintergrund, sie sprechen zwölf verschiedene Muttersprachen. Die Klassenräume sind als Cluster angeordnet, ein Cluster besteht aus zwei oder drei Räumen mit mehreren Lernzonen. Neu sind zudem Musik- und Werkräume sowie eine größere Turnhalle.

Zur Eröffnungsfeier trafen zahlreiche Entscheidungs- und Verantwortungsträger aus Politik und Pädagogik ein. Mit dabei: Bürgermeister Wolfgang Jörg (4. v. l.), LR Bernhard Tilg (2. v. r.) und Achitekt Erwin Stättner (r.).
Zur Eröffnungsfeier trafen zahlreiche Entscheidungs- und Verantwortungsträger aus Politik und Pädagogik ein. Mit dabei: Bürgermeister Wolfgang Jörg (4. v. l.), LR Bernhard Tilg (2. v. r.) und Achitekt Erwin Stättner (r.).
- Wenzel



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