Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.11.2018


Südtirol

Südtiroler und Trentiner gedachten der Teilung Tirols

100. Jahrestag der Trennung des Landes: Trentiner Gruppe „Noi Tirolesi“ und Südtiroler Heimatbund schlugen Dornenkrone den 100. Nagel ein.

© Max SchererRoland Lang, Eva Klotz und Vittorino Matteotti (v. r.) schlugen der Dornenkrone den 100. Stachel ein.Foto: Scherer



Bozen, Padua – 100 Jahre nach dem Waffenstillstand zwischen Österreich und Italien, unterzeichnet in der Villa Giusti bei Padua, hat sich im Trentino, dem italienisch-sprachigen Teil des früheren Tirol, die Gruppe „Noi Tirolesi – Wir Tiroler“ gegründet. Ziel ist, auf das Leid der Menschen im südlichen Tirol seit der Teilung des Landes aufmerksam zu machen. Bildlich dargestellt wird dieses Leid mit einer Dornenkrone, an der ein Stachel an jedes Jahr der Fremdherrschaft erinnert.

Den 100. Stachel schlug anlässlich des 100. Jahrestages der Trennung der Präsident von „Noi Tirolesi“, Vittorino Matteotti, gemeinsam mit Roland Lang, dem Obmann des Südtiroler Heimatbundes, und der früheren Landtagsabgeordneten Eva Klotz ein. Auch der Ort der Aktion war geschichtsträchtig, versammelten sich die Heimattreuen doch am Siegesplatz, und zwar am großen Parkplatz hinter dem Siegesdenkmal. Roland Lang in seiner Ansprache: „Kein Platz als dieser Platz, der statt einem Frieden einen Sieg feiert, der nie stattgefunden hat, ist geeigneter, um an die 100-jährige Fremdherrschaft und an das Leid der Tiroler in den vergangenen Jahrzehnten zu erinnern.“

Ein weiterer früherer SVP-Politiker, der Rechtsanwalt Alexander von Egen, gedachte der Abtrennung Südtirols vor 100 Jahren am Ort des Geschehens: Der Kalterer ließ sich in der Villa Giusti bei Padua die Originalurkunde zeigen, mit der die Teilung Tirols besiegelt wurde. Die genaue Gebietsaufteilung regelten sie Siegermächte bekanntlich ein Jahr später im Zuge der Unterzeichnung der Verträge von Saint-Germain. (TT, mz)