Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.11.2018


Bezirk Landeck

Stanzer Schulsanierung inspirierte zu Theaterstück

© WenzelEine Satire zur „Betteltour des Bürgermeisters“ führten Volksschulkinder kürzlich beim Besuch von LR Johannes Tratter (hinten 2. v. l.) auf.Foto: Wenzel



Was müssen Dorfgemeinden tun, wenn sie Geld zur Schulsanierung brauchen? Im Regelfall führt der Weg des Bürgermeisters zur BH Landeck und ins Landhaus. Das hat auch BM Martin Auer aus dem Brennereidorf Stanz so gemacht, als er 280.000 Euro für ein Investitionspaket u. a. mit Turnsaal, Belüftungsanlage und Brandschutz benötigte.

Volksschuldirektorin Dorothea Marth war eng in das Projekt eingebunden, die Nöte der Gemeinde sind ihr nicht fremd und die „Betteltour" des Bürgermeisters hat sie mitbekommen. Als leidenschaftliche Hobbyautorin sah sie sofort neuen Stoff für eine Realsatire. Geprobt hat sie das köstliche Stück mit ihren Schulkindern. Dass die Premiere kürzlich beim Besuch von LR Johannes Tratter stattfand, war natürlich alles andere als Zufall.

„Was wollen Sie?", fragte das Mädchen, das die Vorzimmersekretärin des Landesrates spielte, den Buben, der in die Rolle des Bürgermeisters schlüpfte. „Es ist wichtig. Ich muss zum Landesrat. Wir brauchen Geld für unsere Schule", sagte der Bub. „Nein, nein, das geht jetzt nicht. Der Herr Landesrat ist gerade in einer Besprechung. Kommen Sie ein anderes Mal", wimmelte die Sekretärin den Bürgermeister ab. Dieser blieb hartnäckig, kam wieder und mit einem Trick stand er vor dem Landesrat. „Ich hab' kein Geld", beteuerte der Politiker mehrmals und stülpte seine leeren Hosentaschen nach außen. „Also ausnahmsweise, Herr Bürgermeister. Da muss ich die Notfallkasse öffnen."

So sei er am frühen Morgen noch nie an einer Schule empfangen worden, schmunzelte Tratter entspannt. (hwe)