Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 06.11.2018


Bezirk Imst

Die Dächer des Gurgltals werden neu eingedeckt

Das Land macht eine erste Tranche von 50.000 Euro locker, um die Stadeldächer zu sanieren. Das Projekt soll jedoch weiterlaufen.

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© Paschinger



Von Thomas Parth

Nassereith – Seit gut einem Jahr ist die Gemeinde Nassereith darum bemüht, Fördergelder aufzutreiben, um den Besitzern der Heustadel im Gurgltal eine Dachsanierung zu ermöglichen. Die Stadel gehören schließlich zum unverkennbaren Erscheinungsbild des Gurgltals. Fündig wurde die Gemeindeführung bei der Geschäftsstelle für Dorferneuerung im Land Tirol, welche in einer ersten Tranche 50.000 Euro zur Verfügung stellen wird. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Sanierung. Noch besteht vielfach der Bezug zur Landwirtschaft. Das kann sich aber rasch änder­n. Felder wechseln den Besitzer, der Bezug geht verloren. Wenn wir jetzt mit der Sanierung starten, bleiben unsere Stadel sicher noch 50, 60, 70 Jahre erhalten“, ist BM Herber­t Kröll zuversichtlich.

Die Förderabwicklung erfolgt dabei völlig unbürokratisch. Ein Foto vor der Sanierung, ein Foto nach der Neueindeckung sowie die Angabe der Quadratmeter der Dachfläche plus die Laufmeter der Windläden müssen vorgelegt werden, um zu den Geldern zu gelangen, so das Gemeindeoberhaupt. „Von den 186 Stadeln sind noch einige gut erhalten. Da das Projekt über fünf Jahre läuft, rechnen wir mit zirka 20 bis 25 Sanierungen pro Jahr und am Ende etwa mit 120 neu eingedeckten Bauten“, hofft BM Kröll auf den Zuspruch der Besitzer, wobei die Gemeinde zusätzlich für die Entsorgung der alten Dächer aufkommt.

Angestrebt werde eine möglichst einheitliche Bauweise, wie Stanislaus Unterberger als Zuständiger der Geschäftsstelle für Dorferneuerung bestätigt. Die ortsübliche Brettereindeckung, Holzschindeln oder naturgraue Betonziegel werden gefördert. „Wie es mit neuen oder gebrauchten Tonziegeln aussieht, darüber werden wir noch mit der Gemeinde sprechen“, so Unterberger. Die Projektlaufzeit hänge vom Interesse der Stadelbesitzer ab. „Wir hoffen schon auf einen Zeitraum von fünf Jahren“, unterstreicht BM Kröll. Diese Hoffnung teilt auch die Dorferneuerung.


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