Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 07.11.2018


Innsbruck

Zufahrt über Privatgrund ärgert Eigentümer

Bei Bauarbeiten für den Spielplatz Angergasse soll über eine Privatstraße zugefahren worden sein – nicht der einzige Kritikpunkt eines Anrainers.

Schüler der VS Angergasse haben den Spielplatz mitgestaltet.

© Stadt InnsbruckSchüler der VS Angergasse haben den Spielplatz mitgestaltet.



Von Michael Domanig

Innsbruck – Er bietet ein schmuckes Bild, der städtische Spielplatz Angergasse in der Höttinger Au, der heute um 14 Uhr mit einem bunten Kinderfest eröffnet wird. Im Zuge der Neugestaltung des „Gänseparks“ hat das Innsbrucker Amt für Grünanlagen den angejahrten Rasenspielplatz zu einem modernen Multifunktionsplatz umgestaltet und zentral in der großzügigen Anlage platziert. Diese umfasst zudem eine rund 200 Quadratmeter große Sandspielfläche, Spielgeräte, Sitz- und Liegeflächen. Die Kinder der angrenzenden Volksschule Angergasse waren in die Planung mit eingebunden und halfen auch beim Bepflanzen mit.

Dass der Spielplatz schön gestaltet ist, will Anrainer Konrad Pardeller aus der Tiergartenstraße gar nicht bestreiten. Er übt jedoch in mehreren Punkten scharfe Kritik an der Stadt: Bei den Bauarbeiten zur Neugestaltung sei die Zufahrt mit Baggern und Lkw über den Privatgrund einer Eigentümergemeinschaft erfolgt, der Pardeller angehört – „ohne dass dafür eine Einverständniserklärung eingeholt wurde“. Dabei sei auch der Belag der in Privatbesitz stehenden Straße beschädigt worden. „Zudem wurden Baumaterialien auf unseren Parkplätzen abgelagert und Steinbrocken, die verhindern sollen, dass unsere Einfahrt verparkt wird, einfach weggeschoben.“

Die von einem Anrainer kritisierte "Gefahrenstelle" gegenüber der Tiefgarageneinfahrt wird laut Stadt entschärft.
Die von einem Anrainer kritisierte "Gefahrenstelle" gegenüber der Tiefgarageneinfahrt wird laut Stadt entschärft.
- Domanig

Was Pardeller jedoch am meisten stört, ist ein neu angelegter, asphaltierter Weg, der vom Spielplatz auf die Straße hinausführt, genau gegenüber einer Tiefgarageneinfahrt. Dieser neue Weg sei für Kinder auf Fahrrädern quasi eine „Einladung“, Richtung Tiefgarage weiterzufahren, mit potenziell fatalen Folgen. „Wie kann man so etwas planen? Das ist fahrlässig“, erregt sich Pardeller. Er stehe dazu seit Wochen in Kontakt mit dem Amt für Grünanlagen und dem Büro der ressortzuständigen Stadträtin Uschi Schwarzl (Grüne), sei aber „nur vertröstet“ worden.

Aus dem Büro Schwarzl heißt es dazu, dass die Baufirma vom Amt „klare Anweisung“ erhalten habe, was die Inanspruchnahme von Privatgrund betrifft. „Wenn sie sich nicht daran gehalten haben sollte, dann muss sich der Eigentümer an die Baufirma wenden und wird natürlich seine Ansprüche abgegolten bekommen, sofern sie dokumentiert und berechtigt sind.“

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

Für etwaige Straßenschäden auf Privatgrund werden die Eigentümer an die Baufirma verwiesen.
Für etwaige Straßenschäden auf Privatgrund werden die Eigentümer an die Baufirma verwiesen.
- Domanig

Auch im Grünanlagenamt betont man, dass die Baufirma von Beginn an angewiesen worden sei, den Weg über Privatgrund nicht zu benutzen. Vor allem einige Subfirmen hätten dies leider ignoriert. Da die Stadt nicht Grundeigentümer sei, könne sie hier auch nicht anzeigen. Wenn durch die verbotene Inanspruchnahme des Privatgrundes Schäden entstanden seien, „wird es die Baufirma reparieren müssen“, stellt man auch im Amt klar.

Dass man einen Zugang vom Spielplatz zum Privatgrund errichtet habe, der vorher nicht existiert habe, stimme nicht, heißt es weiter. Dieser sei „von jeher Bestand“ gewesen, allerdings als leicht verwachsener Plattenbelag ausgeführt. Um die von Pardeller angesprochene Gefahrensituation zur Eröffnung zu entschärfen, werde man jedenfalls statt eines geplanten Pollers versetzte Bügel aufstellen, „damit Kinder nicht ungebremst auf die Privatstraße rollen oder laufen können“.


Mehr Artikel aus dieser Kategorie

Psychologin Gerlinde Burger ist in der neuen Beratungsstelle in der Schweizergasse auf den Besuch von Kindern gut vorbereitet.Osttirol
Osttirol

Das Handy mischt mit bei Erziehung

Die Erziehungsberatung Lienz ist in die Schweizergasse übersiedelt. Die Leiterin erzählt, was sich seit der Gründung 1992 geändert hat.

Der ehrenamtliche Shop-Urgestein-Betreiber und Rotkreuz-Pensionist Alfons Klaunzer hatte die Idee zu einem Kreislauf für Kostbarkeiten. Der Reinerlös aus dem Verkauf kommt der Rotkreuz-Soforthilfe zugute.Osttirol
Osttirol

Gespendete Kostbarkeiten erwerben und damit helfen

Das Rote Kreuz in Lienz öffnet morgen zum ersten Mal einen kleinen Shop. Alfons Klaunzer führt als Pensionist ehrenamtlich das Geschäft.

Reini „Balboa“ Happ (r.) fordert Harald „Die Samtpfote“ Lederer zum Benefiz-Boxduell heraus.Innsbruck-Land
Innsbruck-Land

Sozialverein-Obmänner boxen in Rum für achtjähriges Mädchen

Die Obmänner zweier Sozialvereine treten in Rum zum großangelegten Charity-Boxkampf an, um einer 8-Jährigen eine Therapie zu ermöglichen.

Video
Video

Südtiroler Bäuerin sucht Paten für ihre seltenen Hennen

Auf dem Hof von Sabine Schrott im Tauferer Ahrntal hat längst Vergessenes einen Platz gefunden: Neben alten Gemüsesorten züchtet die Bäuerin auch vergessene ...

Sind geschockt über das Schreiben, welches sie Montag erreichte: der Fieberbrunner Hotelier Michael Reiter (links) und sein Mann Markus.Video
Video

Homophober Brief schlägt hohe Wellen: Fieberbrunner Wirt im Gespräch

Michael Reiter erhielt ein Schreiben mit schwulenfeindlichem Inhalt. Der Wirt des Gasthofs Eiserne Hand wollte sich das nicht gefallen lassen und veröffentli ...

Weitere Artikel aus der Kategorie »