Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 11.11.2018


Tirol

Kleidung für Kinder bleibt Mangelware

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© privat



Innsbruck – Zuletzt gab es in Wörgl eine Diskussion rund um das gewerbliche Sammeln von Altkleidern (die TT berichtete). Dort darf seit Ende September nur noch die städtische Gesellschaft gebrauchte Textilien sammeln und weitergeben. Zu stark hatten gewerbliche Sammler ihre Finger im Spiel und die Kleidung Richtung Osten verkauft. Sozialeinrichtungen wie das Wams hatten vorher vergeblich versucht, dass die Bürger einen Unterschied zwischen Sozialvereinen und gewerblichen Sammlern machen. Die Bemühungen waren, wie sich zeigte, nicht von Erfolg gekrönt. Nun gibt es für Wörgler, die den Verein Wams unterstützen wollen, nur noch in Kirchberg drei Container.

Im Gegensatz zu gewerblichen Händlern können Sozialeinrichtungen keine Altkleidung im großen Stil ankaufen und sind deshalb von Kleiderspenden abhängig. Der Verein Wams etwa bietet so genannte Transitarbeitsplätze für Langzeitarbeitslose oder Jobs für Personen mit keiner oder einer schlechten Ausbildung an. Insgesamt bietet der Verein 142 Arbeitsplätze in sozialökonomischen Betrieben, davon 96 mit sozialer und arbeitsmarktpolitischer Zielsetzung, als Sprungbrett für Betroffene.

In Innsbruck läuft das Sammeln von Altkleidern beim Verein Wams aktuell vor dem Winter auf Hochtouren. Auch dort ist man bemüht, der heimischen Bevölkerung die Arbeit des Vereines näherzubringen und die Bedeutung für das Erhalten von Arbeitsplätzen in den Vordergrund zu stellen: „Wir leben von den Altkleidern und können damit unsere Arbeit und damit Jobs aufrechterhalten“, sagt Christine Regensburger vom Verein Wams.

Allein im Jahr 2017 wurden 3326 Tonnen Warenspenden (Textilien und Hartwaren) abgegeben, gesammelt und in den Wams-Betrieben weiter bearbeitet. Mangelwaren sind ständig: Herrenbekleidung, Kinderbekleidung, Schuhe und Taschen, Kinderspielzeug und Küchen­utensilien. Während ein Teil in den eigenen Secondhand-Läden verkauft wird, geht ein anderer Teil direkt und kostenlos an bedürftige Menschen wie Obdachlose. Generell, so Regensburger, sei die Bereitschaft zu spenden in Tirol eine gute.

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Auf die Frage, ob die Qualität schwanke, sagt sie: „Kleidungsstücke von Billigketten, die nicht so gut verwertbar sind, sind spürbar – das wird aber ausgeglichen durch ein höheres Spendenaufkommen.“ Das Wichtigste bei Spenden sei, dass diese ganz und sauber sind. (TT, lipi)




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