Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom So, 11.11.2018


Tirol

RollOn rockte und berührte

Bei der RollOn-Gala bedankte sich Marianne Hengl mit einem fulminanten Abend bei ihren Engeln. Und holte außergewöhnliche Menschen vor den Vorhang.

© Foto TT / Rudy De MoorORF-Landesdirektor Helmut Krieghofer, RollOn-Obfrau Marianne Hengl und Moser-Holding-Vorständin Silvia Lieb.



Von Denise Daum

Innsbruck – Marianne Hengl ist einfach ein Phänomen. Nicht nur, dass es niemanden gibt, der ihr einen Wunsch abschlagen kann. Es gelang ihr bei der nunmehr 22. RollOn-Gala am Freitagabend erneut, das Publikum zu berühren, zu begeistern und gleichzeitig die Anliegen der Behinderten in den Mittelpunkt zu stellen. Spürbar war im ausverkauften Saal über den ganzen Abend hinweg vor allem eines: pure Lebensfreude.

Bei der von der Tiroler Tageszeitung unterstützten Benefizgala zeigte sich, was der Verein RollOn alles leistet, von Bewusstseinsbildung über Sensibilisierung bis hin zur Vermittlung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung.

Das Publikum ganz in seinen Bann zog der kalifornische Musiker Mark Goffeney. Er wurde ohne Hände geboren und spielt fulminant Gitarre mit seinen Füßen (mit coolen schwarz lackierten Fußnägeln). Nach einem Soloauftritt gesellten sich Margit und Toni Knittel von Bluatschink dazu. Das gemeinsame Gitarrenspiel im Einklang mit Goffeneys Reibeisenstimme rührte so manchen zu Tränen.

Für Gänsehautmomente sorgte auch die Militärmusik Tirol unter der Leitung von Hannes Apfolterer mit dem singenden Oberstleutnant Dietmar Pranter. Das Sängerpaar Maria Erlacher und Markus Forster, dessen Zwillingskinder Tobias und Marlene von Geburt an schwer behindert sind, beeindruckte nicht nur mit seiner positiven Lebenseinstellung, sondern auch mit seinem musikalischen Auftritt.Tochter Emma begleitete die beiden am Kontrabass.

Zum Schluss der Veranstaltung ließ Mariann­e Hengl noch mal ihren ganzen Charme spielen. Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Vereins RollOn Austria im kommenden Jahr hat Hengl einen besonderen Wunsch: mit ihren „Engeln“, wie sie Helfer und Unterstützer nennt, zum Papst zu fahren. Einfädeln soll das Bischof Hermann Glettler, der idealerweise im Publikum saß und Hengl diesen Wunsch freilich nicht abschlagen konnte.

Toni und Margit Knittel von Bluatschink mit Musiker Mark Goffeney.
- Foto TT / Rudy De Moor



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