Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 19.11.2018


Innsbruck-Land

Streit um Mittagstisch im Haller Schulzentrum entbrannt

Der noch nicht vorhandene Mittagstisch und die fehlende Nachmittagsbetreuung im Haller Schulzentrum sorgen für Ärger.

© Domanig



Von Denise Daum

Hall i. T. – Vor eineinhalb Wochen haben 300 Kinder und Jugendliche das neue Haller Schulzentrum bezogen. Direktor und Lehrer lobten die Schule zwar als „wunderschön“, bemängelten aber, dass sie noch nicht ganz fertig gestellt ist – die TT berichtete. Nun sorgen der noch nicht vorhandene Mittagstisch und die fehlende Nachmittagsbetreuung für Ärger.

Ausgangspunkt dafür war die Aussage von Bürgermeisterin Eva Posch in der vergangenen Gemeinderatssitzung, es gebe dazu gar keine Bedarfserhebung. „Das stimmt so nachweislich nicht. Es gibt definitiv um die 40 Kinder, die einen Mittagstisch brauchen“, betont Gemeinderat Nicolaus Niedrist (Für Hall) im Gespräch mit der TT. Das Problem sei vielmehr, dass man für Mittagstisch und Nachmittagsbetreuung städtische Mitarbeiter brauche – „und die hat man halt nicht“, sagt Niedrist. Es sei ein Armutszeugnis, dass das Schulzentrum bezogen werde und nicht einmal die grundlegendsten Dinge geklärt seien. „Das ist wieder das alte Haller Thema, dass man bei der Kinderbetreuung nicht vorausschauend plant“, ärgert sich Niedrist.

Ähnlich sieht das SPÖ-Gemeinderätin Julia Schmid. Einige Kinder und Jugendliche sind mangels Angebot in der NMS auf das Park-In, das Jugendhaus der Stadt Hall, ausgewichen. „Es ist aber nicht dessen Aufgabe, die schulische Nachmittagsbetreuung zu übernehmen“, erklärt Schmid.

Direktor Günter Nimmerfall zeigt sich sehr verärgert über die Aussage der Bürgermeisterin. Es gebe sogar zwei Bedarfserhebungen. Die letzte habe er Ende September dem Bildungsausschuss der Stadt Hall schriftlich zur Kenntnis gebracht. Rund 40 Kinder brauchen demnach zumindest eine Mittagsbetreuung. Auch Direktor Nimmerfall vermutet, dass sich die Stadt für das laufende Schuljahr die Kosten für die Nachmittagsbetreuung sparen will.

Bürgermeisterin Eva Posch weist diesen Vorwurf aufs Schärfste zurück. Vielmehr wolle man alles in Ruhe beginnen. „Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir das erst anbieten können, wenn der Einzug vollständig abgeschlossen ist“, erklärt Posch. Sprich, kommendes Schuljahr. Die Eltern hätten dafür auch Verständnis geäußert.

Dass sie im Gemeinderat gesagt hat, es gebe keine Bedarfserhebung, sei eine nicht ganz präzise Aussage gewesen. „Das tut mir leid, das habe ich nicht vollständig wiedergegeben. Fakt ist, es gibt nur eine vorläufige Mitteilung aus dem vergangenen Schuljahr“, erklärt Posch.




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