Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 20.11.2018


Innsbruck

Landesfeuerwehrschule: Im Kunstzug für Ernstfall proben

Die ÖBB schenkten der Landesfeuerwehrschule einen Waggon für Übungszwecke.

© ÖBB/Kapferer



Innsbruck – Wenn es ernst wird, sollen sie vorbereitet sein. Seit 2011 proben Bahn-Mitarbeiter und Feuerwehrleute in der Landesfeuerwehrschule in Telfs für den Notfall, unter realitätsnahen Bedingungen. Beim so genannten „Tunnel-Reality-Training“ werden eben solche Szenarien geprobt – etwa 15-mal pro Jahr. Da der Waggon, in dem diese Übungen bisher durchgeführt wurden, schon etwas in die Jahre gekommen war, haben die ÖBB der Landesfeuerwehrschule einen neueren geschenkt. Gestern wurde er in Innsbruck feierlich übergeben, über die Gleise nach Stams und anschließend mit einem Sondertransport nach Telfs gebracht.

Der 26 Meter lange, ausrangierte Personenwaggon wurde – als Draufgabe – von dem in Salzburg geborenen und in Wien lebenden Künstler Leonhard Kotschy bemalt. Eine Seite ziert der heilige Florian, Schutzpatron der Feuerwehren, die andere die heilige Barbara, Schutzpatronin der Tunnelbauer. „Der Waldbrand und die Berge sind der regionale Bezug, sie symbolisieren das Land Tirol“, berichtet Kotschy. Assistiert wurde ihm vom in Schwaz geborenen Grafiker Matthias Anfang.

Die Sicherheit der Reisenden stehe immer im Vordergrund, sagte gestern Rene Zumtobel, der ÖBB-Regionalmanager für den Personenverkehr. „Es freut mich, dass wir mit unserem Reisezugwaggon einen wichtigen Beitrag zu dieser Sicherheit leisten können.“

Alfons Gruber, Tirols Landesfeuerwehrinspektor, nahm das Geschenk der Bahn stellvertretend für die Landesfeuerwehrschule entgegen. Mit dem neuen Waggon könne das Training nun noch effizienter gestaltet werden, hielt er fest. Und: „Wir und auch alle Mitarbeiter, welche die Übung bei uns absolvieren, sind vorbereitet auf den Ernstfall.“

Über 500 Mitarbeiter der Bahn werden in den kommenden Jahren im Waggon eine Ausbildung absolvieren, berichtet Emil Dander, Bereichsleiter West der ÖBB-Produktion: „Und nur bei annähernd realistischen Bedingungen kann man das üben, was in der Praxis passieren kann.“ (bfk)