Letztes Update am Mo, 19.11.2018 16:28

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Spanien

Katholische Kirche in Spanien gab sexuellen Missbrauch öffentlich zu

„Die Kirche erkennt Missbräuche verschiedener Art offen an und ist fest entschlossen, diese auszurotten“, so der Präsident der spanischen Bischofskonferenz.

© APA/Hochmuth(Symbolbild)



Madrid – Die katholische Kirche in Spanien hat am Montag den sexuellen Missbrauch an Minderjährigen durch Priester und andere Geistliche öffentlich zugegeben. „Die Kirche erkennt Missbräuche verschiedener Art offen an und ist fest entschlossen, diese auszurotten“, sagte der Präsident der spanischen Bischofskonferenz (CEE), Ricardo Blazquez, bei der Eröffnung der 112. Vollversammlung der Bischöfe in Madrid.

„Die verschiedenen Arten des Missbrauchs durch einige Bischöfe, Priester, Ordensleute und Laien lösen bei den Opfern, darunter viele junge Menschen, Leiden aus, die ein Leben lang anhalten können und die keine Reue lindern kann“, betonte Blazquez, der auch Erzbischof von Valladolid ist, und zitierte dabei aus einem bereits im Oktober entstandenen Abschlussdokument der Bischofssynode. Er dankte zugleich den Missbrauchsopfern für ihren „Mut, diesen (Missbrauch) anzuzeigen“.

Kinderschutz steht im Mittelpunkt

Im Zuge der weltweiten Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche hat Papst Franziskus alle Bischofskonferenz-Vorsitzenden für Februar 2019 zu einem Treffen in den Vatikan eingeladen. Im Mittelpunkt des Treffens steht der Kinderschutz.

In Spanien hatte es erst kürzlich Kritik am Umgang der Kirche mit dem Thema gegeben. Im Oktober hatten Recherchen der Zeitung El Pais ergeben, dass Missbrauch durch Kirchenmitarbeiter im stark vom Katholizismus geprägten Spanien systematisch vertuscht worden sei. In den vergangenen 30 Jahren seien nur 33 Urteile gegen Priester wegen sexuellen Missbrauchs von 80 Minderjährigen verhängt worden. Die Strafen reichten von Schmerzensgeld bis hin zu einer 21-jährigen Gefängnisstrafe. In Spanien gebe es 18.000 Priester - somit seien also weniger als 0,2 Prozent von ihnen wegen Missbrauchs verurteilt worden. (APA/dpa)