Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 22.11.2018


Bezirk Schwaz

Weihnachtmarke aus dem Zillertal: Maria Rast auf Briefmarken

Ende November präsentiert die Post in Zell eine Weihnachtsbriefmarke. Zudem sorgen die Zillertaler Philatelisten für Sammlerstücke mit Wallfahrtskirche und Stille Nacht.

© ZwicknaglGünter Mair mit der Sondermarke "Geburt Christi". Das Motiv stammt aus Maria Rast.



Von Walter Zwicknagl

Zell a. Z. – Als Briefmarkenmotiv hatte Günter Mair aus Zell am Ziller die „Geburt Christi“ vom Deckengemälde in der Wallfahrtskirche Maria Rast schon längere Zeit im Auge. In Karl Ohnmacht, dem früheren Obmann des Philatelistenvereins St. Gabriel aus Ried im Innkreis fand er einen Verbündeten, um der Post diese Szenerie schmackhaft zu machen. Und so wird am 30. November in Zell am Ziller diese Weihnachtmarke aus dem Zillertal offiziell präsentiert. Aber damit noch nicht genug: Philatelisten werden auch den Ersttagsstempel für die Briefmarke Weihnachten 2018 „Mädchen mit Katze“ bekommen. Der Nennwert liegt jeweils bei 80 Cent.

„Dass Tirol wieder ein Briefmarkenmotiv bekommt, sehe ich auch als Reminiszenz an den wohl fleißigsten bischöflichen Markengestalter aller Zeiten, nämlich Altbischof Reinhold Stecher. Dieser sorgte für sieben stimmungsvolle Weihnachtsmarken der Post“, sagt Günter Mair, der seit dem Jahr 1982 Obmann des Briefmarkensammlervereins Zillertal ist.

Auch drei personalisierte Briefmarken wird es zu kaufen geben. Einmal ist es die Wallfahrtskirche Maria Rast nach einem Foto von Günter Mair, wie sie heute zu sehen ist, ein anderes Mal ist es das Kirchlein, wie es sich vor dem 4. April 1914 präsentierte. „Damals stürzte ein Teil des Hainzenberges in die Tiefe. Aus diesem Grund musste der linke Turm abgetragen werden, um nicht die ganze Kirche zu gefährden“, erzählt Mair. Nach einem Ölbild von Helga Mair aus Mayrhofen entstand jetzt diese Marke. Als Vorlage diente eine alte Ansichtskarte. Die dritte personalisierte Briefmarke hat die Rainer Sänger als „Stille-Nacht-Botschafter“ im Visier. „Der Orgelbauer Carl Mauracher brachte das Lied aus Oberndorf bei Salzburg wohl über den Gerlos­pass und Maria Rast kommend ins Zillertal“, vermerkt der Zeller Philatelist. Ein Druck aus dem Jahr 1827 ist die Basis für diese Briefmarke. Übrigens: Unter den vier Weihnachtsmarken 2018 ist auch die Stille-Nacht-Kapelle aus Oberndorf. Sie wird am 23. November in Oberndorf vorgestellt.

Auch die "Rainer Sänger" sind als Stille-Nacht-Botschafter auf einer Briefmarke verewigt.
- Zwicknagl

Dass das Deckenfresko von Josef Michael Schmutzer aus dem Jahr 1741 Botschafter der guten Nachricht von der Menschwerdung Christi sei, wünscht Dekan Ignaz Steinwender. Wilhelm Remes (Philatelistenverein St. Gabriel) und Postvertreter werden am 30. November um 15 Uhr im Gemeindesaal der Marktgemeinde Zell bei der Präsentation der Zillertaler Weihnachtsmarke dabei sein.

„Ich würde mir wünschen, dass der Fokus wieder mehr auf der Briefmarke liegt – und das trotz Konkurrenz von E-Mail, Smartphone und Internet“, meint Günter Mair.