Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mi, 21.11.2018


Bezirk Reutte

Ganz Breitenwang fiebert dem einen großen Tag entgegen

Am Samstag, den 1. Dezember, geht wieder der „Weihnachtszauber“ über die Bühne. 100 Prozent der Waren wurden im Ort handgefertigt.

© Mittermayr Helmut



Von Helmut Mittermayr

Breitenwang – Auch Weihnachtsmärkte haben sich mit den Jahren entwickelt – von nüchternen Verkaufsstandln zu Orten mit besonderem Flair, süßen Gerüchen, warmen Farben. Alle Sinne werden angesprochen. Herausragend sind dabei im Bezirk sicher Breitenwang und Reutte. In beiden Gemeinden sind die Vorbereitungen fast abgeschlossen. Breitenwang legt am 1. Dezember vor.

Im Dekanatssitz findet der so genannte „Weihnachtszauber“ am Max-Kerber-Platz „nur“ im Zweijahresrhythmus statt. Mehr ginge gar nicht. Denn diese Sache ist eine res publica, sie geht alle an, der ganze Ort wirft sich in die Vorbereitungen. Organisatorin Ingrid Trixl kann die Zahl der Helfer und vor allem Helferinnen gar nicht schätzen: „Es sind unglaublich viele. Eigentlich kommt aus jeder Familie jemand.“ Zusammen mit Edmunda Hosp und Heinz Fringer ist das Organisationsteam bereits seit Jänner im Einsatz. Seit Mai haben sich dann Woche für Woche die „Manufaktorinnen“ eingeklinkt. Denn der Breitenwanger Weihnachtsmarkt kann mit einem ganz besonderen Alleinstellungsmerkmal aufwarten: 100 Prozent der angebotenen Waren sind in Handarbeit im Ort hergestellt worden, was das Angebot selbstverständlich begrenzt. Upcycling heißt das heurige Modewort: Schon einmal verwendete Materialien und Stoffe werden liebevoll aufgehübscht und neuen Verwendungen zugeführt.

Größtenteils Frauen opfern ihre Zeit, um über Wochen in Gruppentreffen Unikate herzustellen. Trixl will aber auch die Männer nicht vergessen, die zuarbeiten. Sowohl in der Produktion, als auch in den Vereinen. Feuerwehr, Jungbauern und viele mehr stehen parat, um Hilfestellung für den einen großen Tag zu geben. „Und selbstverständlich die Gemeinde“, sagt Trixl. Die Kommune trägt die Privatinitiative von der ersten Minute an voll mit: „Ideell, finanziell und durch Arbeitsleistungen.“ All die Heerscharen von Helfern arbeiten monatelang auf einen Minizeitraum von sechs, sieben Stunden hin. Denn der Markt wird um 13 Uhr eröffnet und schließt „open end“, aber meist nicht nach 20 Uhr. Weitere „Öffnungszeiten“ gibt es nicht. Erst in zwei Jahren wieder.

In guter Übung fließen die Einnahmen eins zu eins in den Sozialverein Breitenwang, der im ganzen Bezirk zu geben weiß. Vor zwei Jahren mehr als 20.000 Euro.