Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Mo, 26.11.2018


Bezirk Kitzbühel

Rauchverbot an den Schulen freut nicht jeden Anrainer in Kitzbühel

Seit das Rauchen am Schulgelände verboten ist, weichen Raucher auf umliegende Grundstücke aus. In Kitzbühel gibt es bereits mehrere Beschwerden.

© iStockphotoNachdem das Rauchen am Schulgelände verboten worden ist, weichen Schüler, aber auch Lehrer auf umliegende Flächen aus. Zumindest im Bezirk Kitzbühel nicht immer zur Freude von Anrainern.Symbolfoto: iStock/MachineHeadz



Von Michael Mader

Kitzbühel – An den österreichischen Schulen hat es sich ausgeraucht: Seit dem 1. September dürfen zum Beispiel auch keine versteckten Außenbereiche mehr zum Rauchen auf dem Schulgelände genutzt werden. So sieht es das neue Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz vor.

So einen von außen nicht einsehbaren Bereich im Freie­n hat es zum Beispiel an der Handelsakademie und Handelsschule in Kitzbühel gegeben. In der Früh, in der großen Pause und in der Mittagspause konnten dort sowohl Lehrpersonen als auch entsprechend alte Schüler rauchen. „Bevor auf den Toiletten geraucht wird, war mir das lieber“, sagt Direktorin Eva Grißmann.

Jetzt ist das Rauchen aber am ganzen Schulgelände verboten, entsprechende Rauchverbotsschilder weisen darauf hin. Vor allem Schülerinnen würden jetzt laut Grißmann am Gehsteig vor der Schule rauchen. Den Beschwerden nach dürften die Schüler aber auch auf umliegende Flächen ausweichen. Zumindest ein Anrainer habe sich an der Schule beschwert, bestätigt die Direktorin: „Wir haben versucht, das im Guten zu lösen, unsere Schüler sind ja sehr vernünftig. Es kann nicht sein, dass sie ihre Zigarettenstummel herumliegen lassen. Das wurde auch den Schulsprechern gesagt.“ Seitdem gebe es keine Beschwerden mehr. Grißmann findet es richtig, dass nicht mehr geraucht werden darf, fragt sich aber, wie man hier wirklich durchgreifen könne: „Aber das geht eh nur noch bis 1. Jänner, dann darf erst ab 18 Jahren geraucht werden“, überlegt die Direktorin, ob sie für die paar Schüler nicht einen „Raucherausweis“ einführen soll.

Von Anrainerbeschwerden weiß Brigitta Krimbacher, Direktorin am Gymnasium in St. Johann, nichts: „Wir haben auf dem Schulgelände Rauchverbotsschilder aufgehängt. Unsere Schüler gehen zum Grundstücksrand, und dort ist ein Parkplatz. Aber wir hatten nie viele – es gibt fast keine Raucher an der Schule.“

Anita Aufschnaiter, Direktorin der Tourismusschulen in St. Johann, merkt an, dass das Rauchverbot am Schulgelände bestens funktionier­e. Es habe viel weniger Stress und Zoff gegeben, als sie erwartet hätte: „Wir haben aber auch viel Aufklärungsarbeit geleistet, wir sind ja sehr gesundheitsbewusst. Es geht auch um den Ruf der Schule“, erklärt Aufschnaiter. Auch wenn Schüler natürlich rauchen würden, glaubt sie, dass Rauchen gar nicht mehr so in sei.