Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Do, 06.12.2018


Teil 6

Die Gute Geschichte: „Menschen zu bewegen ist das Schönste als Nikolaus“

Der Schwazer Gerhard Geiger besucht seit mittlerweile über 25 Jahren als „heiliger Nikolaus“ Kinder, Sportvereine und Seniorenheime.

© GeigerEs sind die Begegnungen als „Nikolaus“ mit anderen Menschen, über die sich Gerhard Geiger bei seinen Besuchen freuen kann.



Schwaz – Anfangs ist er nur als Ersatz für einen Kollegen eingesprungen. Doch längst ist für den Schwazer Gerhard Geiger aus dem damals kurzfristig eingegangenen Engagement ein alljährlicher Fixpunkt in der Adventzeit geworden.

Die Organisation der Aktion übernimmt in der Pfarre St. Barbara in Schwaz die Männerrunde. Bereits Anfang Oktober treffen sich die „Nikoläus­e“ samt Fahrern sowie großen Engeln (die kleinen Engel werden von der Pfarre im Rahmen der Firmvorbereitung organisiert) mit der Schneiderin sowie Termin-Koordinatorin zu einem gemeinsamen Abend samt kulinarischen Köstlichkeiten, um die bevorstehende Nikolausaktion zu besprechen.

Bis heute ist Gerhard Geiger begeistert und berührt davon, wie man in den Bischofskleidern samt Mütze und Stab Jung und Alt gleichsam auf einer sensiblen Ebene erreichen kann: „Es war mir nie wichtig zu erziehen beziehungsweise zu tadeln – im Vordergrund steht für mich, die Augen kleiner und großer Kinder für ein paar Minuten zum Leuchten zu bringen und im Geist des heiligen Nikolaus zu ermutigen, sich um seine Mitmenschen zu kümmern und einen Blick für ihre Sorgen und Nöte zu haben“, hält Geiger fest. Ob friedvolle Familienfeiern oder der oftmals harte Alltag Alleinerziehender, als Nikolaus-Darsteller erlebe man die verschiedensten Familiensituationen.

Das schönste Erlebnis von Gerhard Geiger war bei einem Besuch einer größeren Familie mit halbwüchsigen Kindern und dem Opa im Rollstuhl, den er persönlich kannte: „Nach der allgemeinen Begrüßung begrüßte ich den Opa nochmals persönlich mit Namen und berührte ihn an der Schulter. Ich erinnerte dabei an den Nikolaus in der Nachkriegszeit – an das Sackerl von damals und heute. Ihm liefen die Tränen über die Wangen. Menschen zu bewegen, ist die schönste Seite unseres Besuches.“ (TT)