Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 11.12.2018


Bezirk Kufstein

Materialdepot und Übungsraum: Tirols Höhlenretter rüsten auf

In Reith stehen den Rettern ein Materialdepot und ein Übungsraum zur Verfügung.

Museumsobmann Gerold Sturmmair, Landesleiter Stefan Adrian, Materialwart Dietmar Wurm und Schriftführerin Renate Tobitsch (v. l.).

© ZwicknaglMuseumsobmann Gerold Sturmmair, Landesleiter Stefan Adrian, Materialwart Dietmar Wurm und Schriftführerin Renate Tobitsch (v. l.).



Von Walter Zwicknagl

Reith i. A. – Schon im Jahr 1997 wurden die Weichen für eine Einsatzstelle Tirol der Höhlenrettung in St. Gertraudi gestellt. Neun Höhlenforscher vom Landesverein für Höhlenkunde und drei Bergbauforscher vom damaligen Team 2000 stellten sich oft die Frage, wer ihnen denn zu Hilfe eile, wenn es in den Tiroler Höhlensystemen zu einem Notfall kommt. Schon ein Jahr später wurde für den Ernstfall geübt und als Gasttruppe an einer großen Übung der Höhlenrettung Salzburg teilgenommen. Zur Vereinsgründung kam es dann Ende 2002.

„Heute haben wir 30 Mitglieder, die untereinander gut vernetzt sind“, erzählt Landesleiter Stefan Adrian aus Radfeld. Er unterstreicht, dass man längst als anerkannte Rettungsorganisation in Tirol gelte. Und einen besonderen Grund zum Feiern hatten er und sein Team am vergangenen Wochenende. Denn im ehemaligen Landhaus in St. Gertraudi konnten nach 500 Stunden idealistischem Einsatz ein Materialdepot und ein Übungsraum offiziell in Betrieb genommen werden. Vermietet wird es von den Tiroler Sozialen Diensten. Vor der Tür steht auch ein mobiles Materialdepot – sprich Container –, das in der nächsten Zeit einsatztauglich ausgebaut wird.

„Österreichweit gibt es sechs Landesverbände mit 313 Höhlenrettern“, weiß Renate Tobitsch, die Obfrau des Landesvereins für Höhlenkunde aus Wattens. An vorderster Front ist auch Gerold Sturmmair, der Obmann des Bergbau- und Hüttenmuseumsvereins Brixlegg. Die Funktion des Materialwartes hat Dietmar Wurm aus Bruck am Ziller übernommen.

„Da wir in Tirol ein spezielles Kommunikationssystem, das auf Längstwellenbasis arbeitet, einsetzen, wurden wir 2014 zum Großeinsatz an den Untersberg gerufen“ berichtet Sturmmair. „Bis zu einer Woche waren da neun Mitglieder des Teams im Einsatz“, fügt Schriftführerin Renate Tobitsch hinzu.

TT-ePaper gratis testen

Jetzt kostenlos TT-ePaper lesen, das Test-Abo endet nach 4 Wochen automatisch

Schritt 1 / 3

In nur 30 Sekunden gelangen Sie zum kostenlosen Test-Abo.

„Wenn wir in den Einsatz gehen, sind wir bis zu 24 Stunden autark“, sagt Landesleiter Stefan Adrian. Alarmiert wird die Höhlenrettung über den Zentralnotruf 02622/144 oder die Leitstelle Tirol unter der Nummer 140.