Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Di, 18.12.2018


Bezirk Schwaz

Gemeinsamer Kirchgang für Kooperator

Viele Gerloser zeigten sich solidarisch mit ihrem Seelsorger.

© SeppiViele Gerloser zeigten sich solidarisch mit ihrem Seelsorger.



Gerlos – Für große Aufregung sorgte der am Samstag erschienene TT-Artikel über die Kritik am umstrittenen Gerloser Kooperator Ferdinand Schnaiter. Wie berichtet, bezeichnen ihn einige als „erzkonservativ, stur und weltfremd“. Andere verteidigen ihn. Er mache eine gute Arbeit, vor allem in der Seelsorge für Sterbende und Kranke. Die Diözese Salzburg ortet „eindeutig Gesprächsbedarf“.

In der exponiert gelegenen Gemeinde Gerlos geht nun vor allem eine Angst um: dass der Kooperator vertrieben wird und die Gemeinde angesichts des eklatanten Priestermangels dann ohne Seelsorger dasteht. Über soziale Medien wurde daher am Samstag von Pfarrgemeinderat und Gemeinderat zum Kirchgang aufgerufen – um zu zeigen, dass man hinter Schnaiter stehe. „Wenn er geht, bekommen wir wahrscheinlich nie wieder einen Seelsorger und das wäre dann richtig schlimm“, sagt ein Gerloser. Für die Kritiker schwelt der Konflikt schon länger, doch das Fass zum Überlaufen brachte der Kooperator, als er bei einem Begräbnis den Ehemann der Verstorbenen mangels kirchlicher Trauung als „Lebenspartner“ bezeichnete. (ad)