Letztes Update am Do, 20.12.2018 10:51

TT / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Großbritannien

Drohnen über Flugfeld: London-Gatwick noch immer lahmgelegt

An Europas siebtgrößtem Flughafen sind die Starts und Landungen eng getaktet. Da können selbst kleine Störungen große Probleme auslösen, die Tausende Passagiere zu spüren bekommen. Ausgerechnet in der trubeligen Vorweihnachtszeit passierte nun genau das.

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© imago/Mainka(Symbolbild)



London – Der Londoner Flughafen Gatwick ist am Donnerstag nach Drohnensichtungen weiter gesperrt geblieben. Das teilte Europas siebentgrößter Airport per Twitter mit. Passagiere wurden aufgerufen, nicht anzureisen, ohne sich vorher bei ihrer Airline zu versichern, dass ihr Flug tatsächlich stattfindet. Betroffen waren auch Flüge von und nach Österreich.

Der Flughafen hatte am Mittwochabend alle Starts und Landungen bis auf Weiteres ausgesetzt, nachdem eine Drohne über dem Flugfeld gesichtet worden war. Viele Passagiere saßen stundenlang in ihren startklaren Maschinen fest, während ankommende Flugzeuge zu – teils hunderte Kilometer entfernten – Flughäfen umgeleitet wurden. In den frühen Morgenstunden war der Betrieb kurzzeitig wieder aufgenommen worden, dann aber erneut gestoppt worden.

Drohne tauchte immer wieder auf

Die Drohne sei in der Nacht auf Donnerstag „aufgetaucht und verschwunden, aufgetaucht und verschwunden“, sagte Flughafenchef Chris Woodroofe dem Sender Sky News in der Früh. „Während ich hier stehe und wir sprechen, ist eine Drohne über meinem Flugfeld“, so Woodroofe.

Einem Flughafensprecher zufolge sollen allein am Mittwochabend 10.000 Passagiere von den Störungen betroffen gewesen sein. Weitere 110.000 Menschen sollten am Donnerstag entweder von Gatwick aus abreisen oder an dem Flughafen ankommen.

„Wir entschuldigen uns bei allen betroffenen Passagieren für die Unannehmlichkeiten, aber die Sicherheit unserer Passagiere und Mitarbeiter hat oberste Priorität“, hieß es auf der Twitter-Seite des Flughafens. Gemeinsame Untersuchungen mit der Polizei seien angelaufen. In den sozialen Netzwerken machten derweil Reisende ihrem Ärger Luft und fragten, wie es sein könne, dass Großbritanniens zweitgrößter Flughafen seinen eigenen Luftraum offenbar nicht im Griff habe.

Drohnenpilot droht Haftstrafe

Ende Juli waren in Großbritannien neue Regeln in Kraft getreten, mit denen sich Drohnenbesitzer strafbar machen, sobald sich ihre unbemannten Fluggeräte einem Flughafengelände auf weniger als einen Kilometer nähern. Wird gar ein Flugzeug durch die Drohne gefährdet, riskiert der Besitzer eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren. (TT.com/APA/dpa)