Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Fr, 28.12.2018


Innsbruck

Innsbrucker Bergsilvester: Mit Sicherheit in den Jahreswechsel

Größerer Platz, kleinere Herausforderungen für die Behörden: Über 300 Einsatzkräfte sichern auch heuer wieder den Bergsilvester.

Der Jahreswechsel bedeutet auch heuer wieder einen Großkampftag für die Einsatzkräfte.

© Foto Rudy De Moor / Tiroler TageDer Jahreswechsel bedeutet auch heuer wieder einen Großkampftag für die Einsatzkräfte.



Von Marco Witting

Innsbruck – Die Vorbereitungen für den Jahreswechsel laufen. Die einen kaufen Raketen, die anderen lesen das Kochbuch für das Drei-Gänge-Menü. Im Büro von Bernhard Vettorazzi, Geschäftsführer des Stadtmarketing Innsbruck, laufen die Vorbereitungen auch. Für den Bergsilvester 18/19. Der bringt mit der neuen Location vor dem Haus der Musik natürlich auch ganz neue Herausforderungen rund um die Sicherheit. „Wir haben 90 private Sicherheitskräfte im Einsatz. Dazu kommt ein ebenso großes Aufgebot der Polizei. Mit Rettung und Feuerwehr werden auch heuer wieder rund 300 Einsatzkräfte im Dienst sein“, sagt Vettorazzi.

Für Elmar Rizzoli, Leiter der Mobilen Überwachungsgruppe (MÜG), ist die Situation durch die neuen örtlichen Gegebenheiten aber nicht schwieriger geworden. Sondern leichter. „Der Platz ist weitläufiger und die Situation, wo alle zur Innbrück­e dränge­n, wird dadurch siche­r entschärft“, sagt er. Da man vom Platz vor dem Haus der Musik zu weiten Teilen sehr gut auf die Seegrube blicken könne, sei es auch wahrscheinlich, dass sich viel­e Besucher das Feuerwerk – und jenes vom Congressdach – auch von dort ansehen werden. Wobei: Ganz genau einschätzen könne man die Besucherströme natürlich noch nicht, sagt Rizzoli.

Ähnlich sieht es Vettorazzi. „Wir hoffen aber prinzipiell, dass wir auf dem komprimierten Platz das Thema Sicherheit noch besser in den Griff bekommen, als wir das ohnehin schon haben.“ Etwas, das den Verantwortlichen noch einiges an Kopfzerbrechen verursacht, ist das Verhalten der Besucher gegen Mitternacht. Ob das Herzog-Otto-Ufer dann gesperrt wird, müsse man wohl „anlassbezogen“ entscheiden, sagt Rizzoli.

Nach den Übergriffen auf Besucherinnen vor drei Jahren am Marktplatz sei auch dieser Punkt bei der Sicherheit noch in allen Köpfen, erklärt Vettorazzi. So werde es wieder Polizeistreifen und eine Videoüberwachung geben. „So etwas braucht man heutzutage leider Gottes halt einmal.“ Ansonsten hänge natürlich auch viel, speziell was den Besucherandrang betrifft, vom Wetter ab. „Aktuell sind die Prognosen ‚so lala‘, aber es sind ja noch ein paar Tage hin“, sagt Vettorazzi.

Der Bergsilvester 18/19 dient auch als Gradmesser für eine Weiterentwicklung in den kommenden Jahren, die die Stadtpolitik ja gleich zu Beginn des neuen Jahres angehen will.

Die Alternative Liste Innsbruck (ALI) will für Großveranstaltungen wie zu Silvester ein „Sicherheits- und Sauberkeitskonzept“ in den Gemeinderat bringen. Das Konzept orientiert sich an bereits umfassend evaluierten Maßnahmen aus der Schweiz. Die darin vorgesehenen Maßnahmen sollen die Zusammenarbeit von Behörden, Gastwirten, Kulturveranstaltern sowie der Exekutive stärken. Es fußt auf drei Standbeinen: „Safer Clubbing“, Interventionsteams sowie Informationskampagnen. „Sicherheit gelingt am besten, wenn alle Interessengruppen an einem Strang ziehen“, sagt GR Mesut Onay.




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