Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.01.2019


Bezirk Kufstein

Samariterbund kämpft mit Mangel an Zivildienern

Dem Samariterbund Tirol blieb beim Rettungsdienst ein Finanzloch wegen der notwendigen Personalaufstockung. Die ambulante Familienbetreuung entwickelte sich hingegen positiv.

Zivildiener sind für den Betrieb des Samariterbunds dringend notwendig.

© APA/Georg HochmuthZivildiener sind für den Betrieb des Samariterbunds dringend notwendig.



Kirchbichl — Zivildiener werden immer mehr zur „Mangelware". Das bekam nun auch der Samariterbund in Tirol (ASB) zu spüren. Geschäftsführer Gerhard Czappek musste bei einer Versammlung erstmals in der Geschichte des ASB Tirol von einem dicken Minus im Rettungsdienst berichten. Verursacht durch fehlende Zivildiener in der ersten Jahreshälfte 2018. Dadurch musste, trotz 12.500 ehrenamtlicher Stunden, der Personalstand aufgestockt werden, was sich in der Kasse niederschlug.

„Um alle Dienstschichten besetzen zu können, die mit der Rettungsdienst Tirol GmbH vereinbart wurden, mussten 16 Personen zusätzlich angestellt werden. Diese Lohnkosten ersetzt uns niemand", erklärte Czappek. Laut dem Geschäftsführer beträgt das Minus an die 50.000 Euro in diesem Bereich.

Durchgeführt wurden 14.200 Krankentransporte (davon 7400 von Kirchbichl aus), zudem 8920 Rettungseinsätze (davon 2400 von Kirchbichl aus) und 1506 Notarzteinsätze (davon 804 in Kufstein sowie 702 in St. Johann). Auch die First-Responder-Einsätze in der Wildschönau schlugen sich mit 192 Hilfeleistungen zu Buche. Alleine im Rettungsdienst wurden im abgelaufenen Jahr 575.000 Kilometer gefahren.

Äußerst positiv entwickelte sich das zweite wichtige ASB-Standbein, die ambulante Familienbetreuung. Die mittlerweile 76 Betreuerinnen und Betreuer in sieben Teams leisten bei über 460 Familien in Tirol wertvolle sozialpädagogische Unterstützung in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe Tirol. Auch der Behindertenfahrdienst konnte durch die Erweiterung im Raum Innsbruck erfolgreich gesteigert werden, wie der Samariterbund-Chef mitteilt.

Von den zahlreichen Erste-Hilfe-Trainern wurden in über 100 verschiedenen Kursen an die 1300 Personen geschult, was einer Steigerung von knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. „Beim Heimnotruf ist durch massive neue Konkurrenz leider keine Steigerung zu verzeichnen, viele Menschen wollen ihr Sicherheitsbedürfnis aber trotzdem durch den Samariterbund abgedeckt wissen", sagte Czappek.

Ehrenamtliches Engagement wird neben dem Rettungsdienst vor allem bei Sanitätsdiensten für Sport- und Musikveranstaltungen und bei der Krisenintervention „in sehr erfolgreicher Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz geboten", so der Geschäftsführer. Weiters in den Bereichen Großunfall und Katastrophenhilfe sowie im Mantrailing bei den Rettungshunden. Seit Anbeginn widmen sich die Samariter auch der Jugendarbeit. (wo, TT)

Ehrungen

Leistungsmedaille in Bronze am roten Band: Sebastian Alexander, Philipp Bucher, Johannes Sappl. Leistungsmedaille in Silber: Gundula Czappek, Wolfgang Hengl, Barbara Hohlrieder, Stephan Mahl, Horst Maier, Markus Maier und Martin Pienz. Ehrung für zehn Jahre Mitgliedschaft: Andreas Mayer, Christian Söder, Daniel Swoboda, Stefan Unterer, Martin Utano. Für ihr besonderes Engagement: Deniz Aksel, Marie-Therese Abart und Tabitha Egger.

Weiters wurden ausgezeichnet: Daniel Hofer (Bezirksstellenleiter Rotes Kreuz Kitzbühel), Mandi Goller (Schiklub Kitzbühel), Stephan Mader (Diakonie Tirol), Georg Mitterer (Kinder- und Jugendhilfe Kufstein), Bezirkspolizeikommandant Walter Meingassner und Bezirksfeuerwehrkommandant Hannes Mayr. Bürgermeister Herbert Rieder, Kirchbichl, Bürgermeister Johannes Eder, Wildschönau, sowie HR Dietmar Schennach, Amt der Tiroler Landesregierung, der für seine Unterstützung das Ehrenkreuz des Samariterbundes als die höchste Stufe dieser Auszeichnungen überreicht bekam.