Printausgabe der Tiroler Tageszeitung vom Sa, 05.01.2019


Bezirk Schwaz

Neues Vereinsheim und olympische Träume

Beim ESV Ramsau fahren die Bagger auf. Die Bahnen sollen bundesligatauglich und das Eisstockschießen olympisch werden.

Das alte Vereinsheim ist bereits Geschichte. Es wurde kürzlich abgerissen.

© ESV RamsauDas alte Vereinsheim ist bereits Geschichte. Es wurde kürzlich abgerissen.



Von Angela Dähling

Schwendau – Weg mit dem verstaubten Image, weg mit dem alten Vereinshaus. Beim ESV Ramsau herrscht Aufbruchsstimmung. Jetzt können sich die rund 100 Stockschützen auf ein neues Vereinsheim samt bundesligatauglicher Anlage freuen.

„Die Gemeinden Ramsau, Hippach und Schwendau und der TVB Mayrhofen-Hippach haben alle einstimmig grünes Licht gegeben, sodass über deren gemeinsame Sport- und Freizeitanlagen GmbH jetzt nach Plänen von Hannes Brandacher alles umgesetzt werden kann“, freut sich Markus Oberarzbacher als Obmann der Stockschützen. 267.000 Euro werden investiert, für die Inneneinrichtung kommt der Verein selbst auf.

Die Bahnen werden um fünf Meter, das Clubheim um 50 Meter versetzt und so an das Vereinsgebäude Lindenstadion direkt angebaut. „Die Verhüttelung wird rückgebaut und alles besser ins Landschaftsbild integriert“, sagt Oberarzbacher. Zudem werden die neuen Bahnen überdacht und mit rund 400 m² etwas größer sein, sodass auch Bundesligabewerbe der Stockschützen hier ausgetragen werden können. „Wir wollen hoch hinaus“, sagt Oberarzbacher lachend über seinen Verein, der derzeit in der Oberliga spielt. Der Stocksport sei in den letzten Monaten aber generell im Aufwind, nachdem davor viel verschlafen und der Talboden vor rund drei Jahren erreicht worden sei. „Jetzt haben sich Funktionäre europaweit zusammengetan, um den Sport moderner zu gestalten und die Jugend zu gewinnen“, verrät er. Wie berichtet, hat die NMS Schwendau/Hippach den Stocksport ins Sportprogramm aufgenommen und im Mai finden erstmals Landesmeisterschaften der Schulen im Stocksport statt. Die Mitgliederzahlen des Vereins steigen inzwischen wieder leicht. „Was uns fehlt, ist die Mittelschicht der 25- bis 40-Jährigen“, sagt der Obmann.

Großes Ziel aller Stockschützen aber ist es, olympisch zu werden. „Daran arbeiten wir alle seit der WM 2018 in Amstetten. Bis zur WM 2020 in Italien wollen wir unter anderem das Bewertungs- und Zählsystem ändern“, verrät Oberarzbacher. Denn das sei für den TV-Zuschauer bei der Winterolympiade derzeit zu kompliziert. „Peking hat bereits Sportstätten für den Eisstocksport reserviert, die Aufnahme des Eisstocksports ist so gut wie fix“, blickt Arzbacher hoffnungsvoll nach vorn. Der Sport habe sehr gute Chancen, dauerhaft olympisch zu werden. „Dass es schon 2022 so weit sein wird, schätzen Experten auf 40 Prozent“, weiß er.